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11.7.2009 von Wilhelm Greiner.
Die IT-Anbieter gehen immer mehr dazu über, mit Comedy-Videos um Kunden - insbesondere um die US-amerikanische Kundschaft - zu werben. Beispiele dafür sind die auch hier schon vorgestellen, unterhaltsam auf “B-picture” gestylten Superman-Parodien von CA aus der Werbe-Clip-Serie “Adventures in IT” mit “CA Man” und “IT Guy”.
Ein anderes, wenngleich extremes Beispiel für das verstärkte Ringen um die Aufmerksamkeit der Anwender sind die teils betont geschmacklosen Werbe-Videos Microsofts für den Internet Explorer 8. Der Redmonder Konzern hatte mit seiner umstrittenen Marketing-Kampagne für Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Eines der Werbevideos, mit dem der Konzern für den so genannten “Private-Browsing”-Modus geworben hatte, musste Microsoft sogar wieder zurückziehen. In dem von der Presse kurz “Puke Ad” genannten Clip musste sich eine Frau heftig und mehrmals übergeben, nachdem sie auf dem Notebook ihres Gatten zufällig offenbar widerwärtige Inhalte entdeckt hatte. Im Zeitalter von Google und YouTube kann sich der Konzern aber sicher sein, dass der so erfolgreich aufsehenerregende Clip weiterhin in Zirkulation bleibt.
Eine Reihe tatsächlich großartiger Video-Clips hat hingegen Iron Mountain, Spezialist für Daten- und Dokumenten-Management, ins Netz gestellt: Der IT-Anbieter hat den Ex-Monty-Python’s-Mann und somit amtlich zertifizierten Kult-Komiker John Cleese engagiert, weltbekannt durch Filme wie … siehe hier. In den Iron-Mountain-Clips [Update: Die Kampagne ist nach zwei Jahren Laufzeit inzwischen leider ausgelaufen - schade.] gibt Cleese in bewährt aufbrausend-herablassender Choleriker-Manier vor, als Wissenschaftler eine “Friendly Advice Machine” (ein Maschine für freundliche Ratschläge) entwickelt zu haben, um häufig gestellte Fragen über Iron Mountain kundengerecht beantworten zu können. Cleeses Monologe sind natürlich alles andere als hilfreich oder auch nur freundlich. So empfiehlt er zum Beispiel als Methode zum Wiederauffinden von Backup-Bändern, mit Dart-Pfeilen nach den vermissten Datenträgern zu werfen - was er auch demonstriert, wobei er den Geräuschen nach aber nur umstehende Personen und Haustiere trifft.

So weit ist dies alles hemmungslose Blödelei, wenngleich auf höchstem Cleese-Niveau. Ein Communitainment-Faktor kommt aber insofern ins Spiel, als manche Aussagen durchaus dazu angetan sind, auf das Angebot von Iron Mountain und die dahinterstehende Technik neugierig zu machen. Rund um die Videos enthält diese Site zahlreiche Links zu Angeboten an den Besucher, sich tatsächlich näher zu informieren.
So gibt es zum Beispiel auch diesen Button für das auf Infoportalen übliche “Dreaded White Paper Offer” (gefürchtete Angebot eines technischen Hintergrundpapiers).
Tipp: sich den Eingangsmonolog anhören, aber dann keinen Video-Clip aus der Liste auswählen - und einfach eine Weile abwarten, was sich tut…
[Update: Bei einem Ausbleiben von Clicks auf Videos meldete sich die Cleese-Figur Dr. Twainwreck im Intro-Frame immer mal wieder mit spöttischen Kommentaren, darunter: “You’re a bit slow, aren’t you?” oder auch: “If this were a game show, you would have lost by now!”]
[Update: Einen Mirror mit den Videos gibt es zum Glück hier.]
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