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Archive für 21.7.2009

Schneier fordert mehr Datenschutz in Social Networks

Der amerikanische Security-Vordenker Bruce Schneier, seit dem Aufkauf seiner Firma Counterpane durch BT nun deren Chief Security Technology Officer, hat im Guardian gefordert, Social-Networking-Sites sollten sich in puncto Datenschutz dem Wettbewerb des Marktes stellen.

Im Guardian-Artikel bezog er sich dazu auf Forschungsarbeit der Carnegie Mellon University zu “Privacy Salience” (dem “Hervorstechen” von Datenschutzangaben): Laut einer Carnegie-Mellon-Studie sind Anwender deutlich geiziger mit Angaben zu ihrer Person, wenn sie explizit auf die Privatheit dieser Angaben hingewiesen werden. Forscher der Cambridge University, darunter der hier schon zitierte Joseph Bonneau, haben wiederum ermittelt, dass die führenden Social-Network-Betreiber zwar pflichtgemäß auf ihre Datenschutzbestimmungen hinweisen, dieser lästigen Aufgabe jedoch an möglichst obskurer Stelle - mitunter sogar an mehreren verschiedenen Stellen - nachkommen. Schneiers Folgerung: “Die Social-Networking-Sites wollen die Anwender nicht an Datenschutz erinnern, selbst wenn sie positiv davon sprechen, da jeder Hinweis dazu führt, dass die Anwender sich ihrer Datenschutzängste bewusst werden und vorsichtiger mit ihren persönlichen Daten umgehen.”

Schneier nennt die Vorstellung, dass Social Networks ihren Anwendern die wohlinformierte Wahl in Sachen Datenschutz ermöglichen könnten, “naiv”.  Er sieht schwarz für besseren Datenschutz durch Eigeninitiative der Betreiber von Social-Networking-Sites: “Der Marktdruck, Datenschutz weniger hervorstechen zu lassen, wird Marktlösungen zur Verbesserung des Datenschutzes durchkreuzen; die Sites verschleiern das Thema lieber, als sich zu diesem Feature einen Wettbewerb zu liefern.” Hier sind also kritische Anwender gefragt, die Community-Mitglieder aufzuklären und für gehörigen Marktdruck oder aber für gesetzliche Regulierung zu sorgen.

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