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26.7.2009 von Wilhelm Greiner.
Die Anbieter von Social-Networking-Plattformen verkaufen den Unternehmen eifrig Lösungen, um Intranets, Extranets oder Web-Portale zu Community-Umgebungen aufzurüsten. Web-2.0-Werkzeuge wie Blogs, Chats, Foren, Tags und Social Bookmarks sollen Mitarbeiter und/oder Kunden zum eifrigen Mitmachen und lebhafter Interaktion motivieren. Die Informationsmaterialien der einschlägigen Hersteller - Produktdatenblätter, White Papers etc. - sind dabei aber leider meist weder origineller noch motivierender als handelsüblich.
Eine löbliche Ausnahme bildet der kleine niederländische Anbieter Winkwaves mit seiner Lösung “Kenniscafé“, zu Deutsch “Kenntniscafé”. Nicht nur ist die Idee eines Wissens-Cafés eine ansprechende Metapher für ein Social Network im Unternehmensumfeld; zudem haben die Niederländer dazu ein White Paper mit dem Titel “Behind the Scenes of Kenniscafé” (Hinter den Kulissen des Kenntniscafés”) erstellt, das die Café-Metaphorik aufgreift und auf amüsante Weise weiterführt. Den Hintergrundtext bezeichnet Winkwaves als “Kochbuch”, die White-Paper-typischen Anweisungen als “Rezepte”. Im Vorwort grüßt der Verfasser “im Namen des gesamten Küchenpersonals”, bevor er die “Zutaten für eine aussagekräftige Konversation” beschreibt, die dafür sorgen sollen, dass der Social-Network-Kaffee wie der Espresso aus echter Barista-Hand schmeckt.
Der Text ist passagenweise in einer informellen, nachgemachten Handschrift gehalten, und auf den Seiten finden sich wiederholt fingierte Kaffeeringe, die den literarisch interessierten deutschen Leser an die Kaffeeringe auf dem Cover der Max-Goldt-CD mit dem schönen Titel “Die CD mit dem Kaffeering-Cover” erinnern.
Nett angerichtet, so ein White Paper macht Appetit auf mehr. Das Auge isst schließlich mit.
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