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2.8.2009 von Wilhelm Greiner.
BT Deutschland, hiesiger Ableger des international tätigen Netzbetreibers und IT-Dienstleisters British Telecom, zählt zu den IT-Firmen, die sich sehr auffällig um den Umweltschutz bemühen. Dies ergibt sich einerseits aus dem Portfolio: BT vetreibt Lösungen für hochauflösende Videokonferenzen, was die IT-Branche gern als Green-IT-Maßnahme bewirbt, da solche Online-Konferenzen Flugreisen und damit CO2-Ausstoß sparen; zudem bietet BT spezielle Consulting-Services rund um Green IT und Green Enterprise an. Andererseits bemüht sich BT aber auch, selbst möglichst umweltfreundlich zu wirtschaften. Dazu setzt der Service-Provider auf techische Maßnahmen sowie auf die Unterstützung seiner Mitarbeiter-Community.
Die deutsche Konzernzentrale von BT ist kürzlich in modernere Räumlichkeiten umgezogen (umweltfreundlicherweise nur ein paar Häuser weiter). Für den neuen Firmensitz verweist BT stolz auf eine grundwassergespeiste Kühlung und segmentiert steuerbare Jalousien. Laut Birgit Oßendorf-Will, Personalchefin bei BT Deutschland, sank mit dem Umzug auch die Zahl der PKW-Stellplätze, um zu demonstrieren, dass Mitarbeiter doch möglichst mit dem öffentlichen Nahverkehr pendeln sollen - oder mit dem Fahrrad: Laut Personalchefin Oßendorf-Will ist gerade ein BT-Fahrradclub in Gründung, für dessen Mitglieder es vergünstigte Drahtesel geben soll.
Großen Wert legt BT Deutschland aber vor allem auf die Themen Remote Collaboration und Home Office, hier insbesondere auf jene High-End-Videokonferenzsysteme, die Netzwerkausrüster Cisco “Telepresence” nennt, die bei BT aber neutral “Unified Communications Video” (UCV) heißen, da BT Lösungen verschiedener Anbieter führt. Nach eigenen Angaben hat der konzerninterne UCV-Einsatz bewirkt, dass es 2008 über 20 Prozent weniger Flugreisen gab als 2007. Auch die internen Prozesse habe man entsprechend angepasst: Flugreisen sind nun beim Antrag einzeln zu begründen.
Für vergrößerte Ansicht Bild anklicken. Bild: Cisco.
Vorbehalte der Mitarbeiter gegen das Ersetzen persönlicher Kontakte durch die - in der Tat erstaunlich “lebensechten” - Telepresence-Displays konterte BT mit einer Aufklärungskampagne im Intranet, für die man praktischerweise auch professionelles Werbematerial nutzen konnte, das BT für die Vermarktung dieser Lösungen erstellt hatte. Zudem wude die Lösung sehr benutzerfreundlich gestaltet: Wie Pressesprecher Boris Kaapke zur Eröffnungsfeier der neuen Deutschlandzentrale demonstrierte, gleicht die UCV-Buchungssoftware übersichtlich dargestellt ab, ob an allen gewünschten Standorten zum Termin die UCV-Räume frei sind, startet bei Konferenzbeginn die Session an allen Standorten gleichzeitig und stellt die Konferenzschaltung her. Für manchen BT’ler sicher gewöhnungsbedürftig, aber für die Termindisziplin nützlich: Am geplanten Konfernzende ist dann auch automatisch wieder Schluss mit dem Videokonferieren.
Sehr stark gefördert wird bei BT laut HR-Chefin Oßendorf-Will auch die Nutzung von Home Offices. So seien rund 20 Prozent der Mitarbeiter bei BT Deutschland reine Home-Office-Anwender, weitere fünf Prozent arbeiten “home-based” (also mindestens drei Tage pro Woche von zu Hause aus), und insgesamt sei es über der Hälfte der BT-Angehörigen hierzulande möglich, vom heimischen Schreibtisch aus zu arbeiten. Dies sei nicht nur nützlich für Notfallpläne etwa zur Pandemievorsorge, sondern erleichtere es zudem, an entferten Standorten qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.
Um die Kollegen zu motivieren, eigene (und natürlich nicht nur “grüne”) Ideen einzubringen, nutzt BT, wie konzernüblich, ein prozessorientiertes Innovations-Management. Der Konzern wirbt für die Teilnahme an dieser Ideensammlung, und die besten Ideen werden prämiert. Bei Vorschlägen zur Verbesserung des Umweltschutzes gibt es neben den üblichen Bonuszahlungen ein zusätzliches “Dankeschön”. Aus diesem Innovationsprozess ist laut HR-Chefin Oßendorf-Will unter anderem ein Vorschlag zur Optimierung der Kühlung des RZs in Eschborn hervorgegangen. Eine Arbeitsgruppe habe dies im April umgesetzt, und BT erwarte, dadurch im Eschborner RZ zirka 30 Prozent Strom zu sparen.
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