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brand eins: Unternehmen müssen das Zuhören lernen

Die Zeitschrift “brand eins” ist ein außerordentlich intelligent gemachtes, als Lifestyle-Publikation getarntes Magazin über die wirklich interessanten Aspekte des Wirtschaftslebens. In der Juli-Ausgabe der “brand eins” fasst Autor Matthias Hannemann die aktuellen Probleme der Unternehmen mit dem Phänomen Web 2.0 unter dem Titel “Das große Missverständnis” prägnant zusammen. Seine Ausgangsthese: “Das Internet ist wie geschaffen für effiziente Öffentlichkeitsarbeit. Doch ausgerechnet hier stoßen viele Unternehmen an ihre Grenzen. Weil sie nicht gelernt haben, zuzuhören.”

Das Fazit des Artikels: “Die Zeiten der reinen Einbahnstraßen-Kommunikation sind ebenso vorbei wie jene der Standardkampagnen und der ‘Kommunikatoren, die strenge Kontrolle gewohnt sind’.”

Beim Umgang mit Web 2.0 und Social Networking spielt - was auch hier schon Thema war - das Alter eine große Rolle, verläuft doch der Andreasgraben zwischen Digital Immigrants und Digital Natives entlang der Generationengrenze. Dazu zitiert der Artikel Dr. Peter Figge, Geschäftsführer der Agentur Tribal DDB, mit der schönen Beobachtung: “Oben, in den Chefetagen, lässt man sich die E-Mails noch immer ausdrucken und vorlegen. Unten, bei den Jungen, hält man E-Mails bereits für eine veraltete Kommunikationsform.”

“Im Grunde”, so Figge weiter, “führen wir nur noch eine Art Schnipsel-Kommunikation” - was bleibe, sei das “fast altmodische” Bedürfnis, sich zu einer Gemeinschaft - neudeutsch: Community - zugehörig zu fühlen.

Den oft unbeholfenen Umgang von Unternehmen mit jenen Kulturtechniken, die für die jüngere Generation längst Alltag sind, fasst im Artikel Georg Kolb von der PR-Agentur Pleon in einen historischen Vergleich: “Uns geht es nicht anders als den frühen Entdeckern”, wird Kolb zitiert. “Wir haben mit Google, Technorati & Co. die Instrumente bekommen, um die neuen Welten aufstöbern zu können.”  Doch seien wir damit befasst, uns in dieser sich erst erschließenden Welt neu zu orientieren. Dabei müsse man “die Eingeborenen respektieren”, auf die man stoße.

Und altmodische Push-Kommunikation wird bei den Digital Natives eben als respektlose Bevormundung wahrgenommen. Hier sind innovative Konzepte des Austauschs gefragt, um Vorbehalte abzubauen oder besser gar nicht aufkommen zu lassen. Dies gilt im Hinblick auf Kundenzielgruppen ebenso wie für den Umgang mit den eigenen Mitarbeitern.

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