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September 2009
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Archive für September 2009

Security Awareness: Fehlverhalten als Einzelfälle darstellen

Ein kürzlich auf networkworld.com veröffentlichter Beitrag des Security-Fachmanns K Rudolph vom Awareness- und E-Learning-Dienstleister Native Intelligence rückt das Thema “Security Awareness” mit Bezug auf sichere Passwörter in den Fokus: Rudolph beschreibt, dass er Security-Kurse gerne mit Fragen à la “Hätten Sie’s gewusst?” beginnt, um das Publikum für das Thema zu interessieren. Dabei habe er gerne die Erkenntnisse eines Kollegen über die am häufigsten verwendeten - und folglich unsicheren - Passwörter verwendet.

Nach der Lektüre des Buchs “Yes!: 50 Scientifically Proven Ways to Be Persuasive” von Noah J. Goldstein et al. jedoch, so erzählt Rudolph, sei er von der Verwendung dieser Frage abgekommen. Denn Goldstein und seine Co-Autoren - zu denen auch der renommierte Motivationsforscher und “Influence“-Autor Robert B. Cialdini zählt - warnten davor, zu Motivationszwecken auf das Fehlverhalten einer großen Menge von Übeltätern hinzuweisen: Dies könne sogar statt der gewünschten Motivation sogar den gegenteiligen Effekt haben.

Rudolph zitiert ein Experiment aus “Yes!”: Ein Hinweisschild in einem Naturschutzgebiet, dem Petrified Forest National Park in Arizona, dass hier leider häufig das geschützte versteinerte Holz gestohlen werde, habe die Diebstahlsrate von knapp 3% auf knapp 8% der Holzstücke im Experiment hochgetrieben.

Merke also: Motivationsversuche können auch nach hinten losgehen. Denn beim Gedanken “Das tun ja alle!” erweist sich der Mensch als Herdentier und ist damit schnell ebenfalls zu Fehlverhalten bereit. Deshalb, so Rudolph, achte er nun darauf, Mitarbeiter mit unsicheren Passwörtern als zu rügende Einzelfälle darzustellen.


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ETH Zürich: Security-Awareness-Material auf USB-Stick - gute Idee??

Mitte September hat die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) eine Security-Awareness-Kampagne gestartet, um neue Studenten und Mitarbeiter auf IT-Sicherheitsanforderungen und -Risiken hinzuweisen. Die Kampagne läuft als Bestandteil des Projekts SafeIT, das die Hochschule wie folgt umreißt:

“safeIT ist eine Kampagne für alle Mitarbeitenden und Studierenden der ETH Zürich, um das Sicherheits-Bewusstsein im Umgang mit Informatikmitteln zu erhöhen. safeIT ist eine durch die Schulleitung beauftragte und unterstützte Kampagne und ist ein gemeinsames Projekt der Informatikdienste der ETH Zürich mit dem NET – Network for Educational Technology und eQuality der Universität Zürich.”

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Die aktuelle Awareness-Kampagne trägt den Namen “Stick Up for SafeIT”. Das Material dazu wird laut ETHZ-Angaben auf USB-Sticks verteilt - was aber selbst wieder zu neuen Sicherheitsproblemen führt. So heißt es auf der Website der Hochschule dazu:

“USB-Stick Sicherheitstipps
  • Gehen Sie mit Ihrem Stick sorgfältig um. Fremde PCs können Ihren Stick infizieren.
  • Überprüfen Sie Ihren USB-Stick regelmässig mit einem aktuellen Antivirenprogramm. (z.B. mit Avira Antivir)
  • Speichern Sie vertrauliche Daten nur verschlüsselt. Ein UBS-Stick kann schnell verloren gehen (z.B. mit Truecrypt)
  • Wenn man berechtigt ist, kann man unter Windows die Autorun-Funktion für USB-Sticks auf dem Computer ausschalten (siehe http://support.microsoft.com/kb/967715/de)”

Wie gut ist die Idee, eine Security-Awareness-Kampagne in Form von USB-Sticks unters Volk zu bringen? Ich bin gespannt auf Meinungen und Kommentare!


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Googles Klimasimulator - Vorbild auch für Unternehmen

Pünktlich zum Klimagipfel der Vereinten Nationen von 7. bis 18. Dezember 2009 in Kopenhagen (COP15) will Google seine beliebte Geografie-Software Google Earth um Features zur Visualisierung und Simulation des Klimawandels erweitern. Dies ist zumindest einem Video zur Ankündigung der neuen Funktionen zu entnehmen, für das Google den Ex-US-Vizepräsidenten und renommierten Umweltaktivisten Al Gore gewonnen hat. Das Promo-Video für die Klimawandel-Simulation gibt es hier in einer Zwei- und hier in einer Fünf-Minuten-Fassung.

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“In Zusammenarbeit mit der dänischen Regierung und anderen launchen wir eine Reihe von Google-Earth-Layers und -Touren, die es Ihnen ermöglichen, die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf unseren Planeten und die Lösungen für den Umgang damit zu erforschen”, heißt es in einem Eintrag auf Googles offiziellem Blog. Das Video “Confronting Climate Change” (Der Umgang mit dem Klimawandel) mit Al Gore sei nur das erste einer Reihe ähnlich gelagerter Filme, die in den nächsten Wochen vorgestellt werden sollen.

Außerdem starte Google zusammen mit der dänischen Regierung den „YouTube COP15 Channel“. Hier könnten Individuen im Rahmen der Initiative „Raise Your Voice“ (Erhebe deine Stimme) ihre Gedanken und Fragen zum Thema beisteuern.  Die am besten bewerteten Beiträge sollen am 15. Dezember in einer CNN/YouTube-Debatte weltweit ausgestrahlt werden.

Öko-Agitation für das Web-2.0-Zeitalter - zeitgemäß konzipiert, intelligent und sehr Community-gerecht auf den Weg gebracht. Kudos! Wie man Google kennt (und aus dem Al-Gore-Video erschließen kann) wird die neue Funktionalität den Betrachtern die drohenden Auswirkungen des Klimawandels plastisch vor Augen führen und damit eindringlich auf die Risiken sowie auf die möglichen und tatsächlichen Gegenmaßnahmen aufmerksam machen.

Nicht umsonst rückt das Medium Video insbesondere in Form YouTube-tauglicher Clips auch bei Unternehmen immer stärker in den Vordergrund, und dies für die interne wie auch für die externe Kommunikation. Googles Projekt verbindet dabei die Eindringlichkeit visueller Eindrücke mit der von Google Earth bereits bekannten, spieltriebgerechten Interaktivität - Unternehmen sollten sich diesen Ansatz für die Projekte, deren Vermittlung ihnen wichtig ist, zum Vorbild nehmen.


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Beim Community-Building wird die Offline-Seite häufig vernachlässigt

Vor lauter Begeisterung über die schicken neuen Kommunikations-Werkzeuge Social Media und Social Software vergisst man allzu leicht, wie wichtig nach wie vor das persönliche Miteinander - offline - im “richtigen” Leben - für den Austausch und die Meinungsbildung ist, warnt ein Forrester-Report vom 11.09.09.

“Schlaue Interactive-Marketiers wissen, dass Konsumenten einander mehr vertrauen als den Dingen, die sie von Unternehmens- und Medienseite hören - aber die meisten nehmen trotzdem nicht wahr, dass Offline-Einflussnahme von Angesicht zu Angesicht sowohl verbreiteter als auch wirkungsvoller ist als Online-Einflussnahme”, so Forrester-Analyst Nate Elliott in seinem Thesenpapier “The Analog Groundswell”. Social Media, merkt Elliott an, hätten sich dabei aber als sehr nützliche Hilfsmittel zur Organisation und zur Verstärkung der Wirkung von Offline-Events erwiesen. Zudem rät der Marktforscher: “Marketiers können interaktive Tools auch dazu nutzen, um Offline-Botschafter der Marke zu identifizieren und zu mobilisieren.”

Wie so viele seiner Kollegen bei Forrester befasst sich Elliott hier ebenfalls mit den Möglichkeiten und Auswirkungen von Social Software und Social Media vorrangig aus der Perspektive der Vermarktung und des Verkaufsförderung. Seine nützlichen Ratschläge aus der Marketing-Ecke sind aber durchaus übertragbar auf andere Projekte - etwa wenn es darum geht,  eine im Unternehmen neu eingeführte Social Software zu propagieren, aber genauso gut für Security-Awareness- oder Service-Management-Vorhaben. Es gilt, mittels Social Software Menschen zu finden, die auch offline die jeweilige Sache verfechten - und dieses Engagement lässt sich dann sehr schön wieder in Social-Media-Kanäle zurückspielen. So könnte ein Unternehmen in seinem Blog auf Offline-Events zum Thema Security Awareness hinweisen, um dann später die dort offline geleistete Motivations- und Überzeugungsarbeit wiederum online - im Blog oder per Video-Clip - zu dokumentieren. Greifen diese Mechanismen elegant ineinander, fördern sie die Diskussion zum Thema wirkungsvoll.

Informations- und Motivationskampagnen sollten die Mitarbeiter im Unternehmen offline wie online ansprechen. Im Idealfall ergänzen sich die erzielten Effekte und schaukeln sich gegenseitig auf.


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Social-Software-Rollout: Communitainment statt “Bereitstellen und beten”

“Plug and pray” (”einstecken und beten”) nennen Skeptiker und Scherzbolde die Automatismen zur Anbindung von PC-Peripherie, die man aus Datenblättern und Marketing-Broschüren eigentlich als “Plug and play” kennt (”einstecken und spielen” im Sinne von “einstecken und loslegen”). Was beim Anschluss zum Beispiel von USB-Geräten gut klappt - die Verwendung ohne jegliche Vorbereitung und mit geringem Aufwand -, ist bei der Einführung von Social Software laut Gartner-Analyst Anthony Bradley ein großer Fehler: “Provide and pray” (”bereitstellen und beten”) ist laut Bradley eine denkbar schlechte Vorgehensweise (”worst practice”). Sie bestehe darin, “einfach Zugang zu einem Social-Software-Tool zu ermöglichen und dann zu beten, dass etwas Wertvolles daraus entsteht.”

Dieses genaue Gegenteil einer Best Practice (also einem Erfolgsrezept, einer in der Praxis optimierten Vorgehensweise, wie es sie in vielen Bereichen der IT gibt) ist bei Social-Software-Rollouts laut Bradley sehr stark verbreitet: “Beinahe jedes Unternehmen, mit dem ich gesprochen habe, hat schon unter dem ‘Provide and pray’-Vorgehen gelitten. Sogar jene, die letztlich mit Social Media Erfolg hatten. Es scheint schon fast ein notwendiger Schritt im Reifeprozess zu sein.” Dieses Vorgehen erhöhe den Anteil von Social-Media-Projekten, die im Graben landen, deutlich.

Dass Bradley eine Social-Software-Einführung auf gut Glück als Worst Practice einstuft, untermauert eine hier schon mehrmals geäußerte These: IT-Projekte, die die Unternehmenskultur berühren, müssen kommunikativ begleitet werden. Insbesondere wenn man darauf abzielt, eine Community anzusprechen oder gar zu etablieren, muss ein Unternehmen in Vorleistung gehen. Communitainment kann hier ein nützliches Werkzeug sein: Das bedeutet in diesem Kontext, die Menschen ernst zu nehmen, sie Community-gerecht - also nicht von oben herab oder “ex cathedra” anzusprechen und als Initiator einer Community-Plattform Gesprächsangebote zu machen - mit motivierenden, informativen, nützlichen und nicht zuletzt auch unterhaltsamen Inhalten.

Zudem haben übrigens laut Bradley gar viele Unternehmen keine aussagekräftigen Metriken, um den Erfolg ihrer Social-Software-Projekte zu messen - und wissen somit nicht einmal, was das Projekt gebracht hat. Dies gelte insbesondere für Versuche, den Erfolg von Social-Software-Einführungen in harter Währung auszudrücken: Eine Umfrage von Mzinga und Babson Executive Education vom August 2009 habe ergeben, dass 84% der Befragten den ROI (Return on Investment, Investitionsrendite) ihrer Social-Media-Initiativen nicht messen. Ob eine solche ROI-Berechnung sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt - eine dialogorientiertere Unternehmenskultur dürfte für viele Unternehmen schon für sich genommen einen Gewinn darstellen. Wie gut ein solcher Kulturwandel Raum greift, merkt man auch ohne ROI-Metriken.


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Social-Media-Prisma für den deutschen Markt

ethority, eine Agentur für Social Media Marketing mit Sitz in Hamburg, hat in Anlehnung an Brian Solis’ Conversation Prism: The Art of Listening, Learning and Sharing - einer grafischen Darstellung der US-amerikanischen Social-Media-Landschaft - eine eigene Version speziell für Deutschland entwickelt.

Das anschauliche Visual versammelt die deutsche Social-Media-Anbieterschaft thematisch gegliedert: Das Prisma - ein 360-Grad-Fächer wie zur Auswahl von RAL-Farben - stellt die wichtigsten deutschen und internationalen Anbieter von Social Media und Social Software nach Kategorien geordnet jeweils mit Logo dar.

Die nützliche Grafik von ethority steht hier zum registrierungsfreien Download bereit.


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Social Media sind nicht die Rettung für Marketiers

In ihrer interessanten und stellenweise amüsanten Präsentation “Your Social Media Strategy Won’t Save You” geht die Verfasserin Tara “Missrogue” Hunt mit dem Social-Media-Hype angenehm kritisch ins Gericht. Ihr Fokus liegt - wie beim meisten, was dieser Tage zu Social Media und Social Networks geschrieben wird - auf den Themen Vermarktung und Vertrieb.

Hunt ermahnt ihrer Zuschauerschaft, sich vom Social-Media-Rummel, der zur Zeit in Marketierskreisen tobt, nicht infizieren zu lassen: Von den schicken neuen Medien und Werkzeugen seien nämlich keine Massen neuer Käufer oder Kunden zu erwarten.

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Hunts Hauptkritikpunkte: 1. Social Media skalieren nicht - wie wahr. 2. Social Media sind nur ein Heftpflaster, ein Workaround - sprich: Social Media leisten wenig von dem, was Vermarkter und Kunden-Manager benötigen. Denn 3.: Social Media sind für das soziale Miteinander gedacht - Marketiers, die ihre Kunden per Twitter umwerben, missbrauchen mithin ein Consumer-Medium genauso wie jene Unternehmen, die Twitter für den Kunden-Support nutzen. Wobei Support via Twitter durchaus seinen Reiz haben kann, geht es doch beim Support-Fall um Dialog - die Frage ist eben nur auch hier, wie effektiv der Dialog dann für den hilfebedürftigen Kunden ist. Für nervtötend ergebnislose Zeitverschwendung gibt’s ja schon die Telefon-Warteschleife. (”Wenn Sie jetzt am liebsten aus dem Fenster springen würden, drücken Sie die 9…”)

Hunt zieht eine Umfrage heran, laut der 89 Prozent der befragten Erwachsenen und 91 Prozent der Teenager Online-Netze (Social Networks) vorrangig dazu nutzen, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. “Interessante neue Produkte zu finden” sei hingegen alles andere als an der Spitze dieser Liste, warnt Hunt.

Außerdem sei 4. das Vertrauen der Menschen auf einem historischen Tiefpunkt angelangt. Dies stellt Hunt dem Hype um die “Influencers” (Beeinflusser, also angesehene Multiplikatoren) entgegen, auf die viele Social-Marketiers blind vertrauen oder zumindest hoffen.

Statt auf Social Software zu setzen empfiehlt Hunt eine grundlegende strategische Neuausrichtung - die aber soooo neu dann auch wieder nicht ist: Sie rät zu einer kundenorientierten Business-Strategie, Fokussierung auf die Zufriedenheit des Kunden,  zum Setzen auf begeisterte Kunden statt auf “Influencers”, zu Lernkurven- statt Kampagnendenken und zu offenem, ehrlichem, respektvollem Umgang mit den Web-2.0-Communities - etwas, das sie den “Whuffie”-Faktor nennt. So heißt ganz zufällig ihr Buch, das sie gegen Ende der Präsentation promotet.

Angenehm und nützlich jedoch ist auf jeden Fall, dass Hunt die sozialen Medien auf das reduziert, was sie sind: schlicht und ergreifend Mittel zum Zweck - in diesem Fall zum schnelleren und intensiveren Dialog (und dies übrigens nicht nur zu Marketing-Zwecken! Die Communities, mit denen Unternehmen in den produktiven Dialog treten sollten, sind weit vielfältiger als nur “Kunden” oder “Prospects”, und sie sind auch nicht unbedingt alle “always online” - dies ist eine der Kernaussagen der Beiträge auf Metaphorous).


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Intelligente Präsentation zum Wert von Social Software

So, IBMs “Smart Work” Jam, eine Crowdsourcing-Veranstaltung zur Diskussion künftiger - und so die Hoffnung, “smarterer” - Zusammenarbeit über Länder-, Firmen-, Branchen- und Altersgrenzen hinweg, ist nun vorbei. Daran teilzunehmen war spannend - zahlreiche interessante Ideen und anregende Kommentare. Es gab über 5.000 Log-ins, die zu 2.262 Posts führten. Social-Media-Funktionen wie Reply-Buttons, Social-Network-Funktionen, Ratings, Follows und Polls erleichterten es, sich in die Diskussion einzuklinken - und dann auch den Überblick zu behalten.

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Ein Highlight war für mich, im Jam auf eine ebenso amüsante wie nützliche PPT-Präsentation von Sacha Chua zu stoßen, die auf Slideshare zu sehen ist. Chua, “Enterprise 2.0 Evangelist” bei IBM und im Jam eine sehr eloquente Anwältin der Social Software, erläutert in diesem PPT die Vorzüge von Social Software und Social Networks für die Zusammenarbeit und die Durchsetzung neuer Ideen.

Dazu verwendet Chua einen nett anzusehenden und vor allem perfekt zum Thema passenden Low-Tech-Stil: handschriftliche Textgestaltung und Strichmännchen. Ein herrliches Beispiel für intelligentes Communitainment. Ansehen!


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Microsoft: Tupperware-Party für W7

Zumindest wenn es um Consumer-Marketing geht, ziehen inzwischen bekannte Marken alle Register des Einsatzes von Social Software. Aktuelles Beispiel: Microsofts Countdown zum Start von Windows 7.

Große Teile der Windows-Anwender-Community - und hier wohl insbesondere die Vista-Benutzer - erwarten den Start von Windows 7 sowieso schon mit Spannung. Um der W7-Markteinführung noch größeren Schwung zu geben, setzt der Redmonder Software-Riese nun auch auf die Services des Dienstleisters House Party.

House Party bietet genau das, was der Name verspricht (bzw. androht): Dank Web und Social Software transportiert das Unternehmen die Werbe-Methoden des Plastikdosen-Produzenten Tupperware ins Web-2.0-Zeitalter. Der Vermittlungsdienst ermöglicht es Kunden, im Auftrag eines Unternehmens eine Hausparty zu einem gerade beworbenen Produkt zu veranstalten.

Wie aus den guten alten Tupperware-Zeiten bekannt (”… und dann gibt es die Dose noch in diesem praktischen Format…”), richtet der Anwender zu Hause eine Feier aus, der Hersteller des jeweiligen Produkts liefert Party-Materialien und Incentives zum Mitmachen. House Party hat für das Tupperware-2.0-Konzept - genauer: für eine Kampagne im Auftrag des Süßwaren-Herstellers Hershey’s - übrigens 2008 einen Groundswell Award gewonnen.

So altbacken das Prinzip in der Old Economy wirkt: Im Web 2.0 ist es noch vergleichsweise unverbraucht. Deshalb interessieren sich Endanwender-orientierte Marken dafür - und nun eben auch der Herrscher über 93 Prozent der PC-Betriebssysteme.

Wer sich am 22. Oktober als Gastgeber für eine Windows-7-Party einspannen lassen will, kann sich hier registrieren. Aber vielleicht sollte man sicherheitshalber vorher die Satire durchlesen, die auf The Register dazu erschienen ist. :-)

[Update 25.09.09] Microsoft hat dazu auch ein Video auf YouTube gepostetKommentar von Mercedes Bunz im Guardian: “Strahlende glückliche Menschen, die einen recht grusligen Spaß haben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich zu ihrer Party eingeladen sein möchte.”


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Studie: Deutsche Unternehmen verschlafen Social Media

Eine Umfrage unter 350 deutschen Managern zum Thema “Social Web” kommt laut einem Bericht auf cio.de vom 16.09.09 zu “niederschmetternden Ergebnissen”: Über die Hälfte der Befragten sei laut der Studie in Sachen Web 2.0 unbeleckt und plane dementsprechend auch keinen Einsatz im Unternehmen. “So können - Hype hin, Hype her - gerade einmal 59 Prozent der Befragten mit den Begriffen ‘Web 2.0′ und ‘Social Media’ etwas anfangen”, so der Artikel.

Die Cologne Business School hat die besagte Studie im ersten Halbjahr 2009 zusammen mit Markforschern von Brain Injection durchgeführt. Leitende Angestellte, Vorstände, Geschäftsführer und Inhaber wurden zu ihrem Social-Media-Wissensstand und ihren Plänen in dieser Richtung befragt. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer an der Umfrage lag bei 42 Jahren - wichtig zu wissen, da die Social-Media-Nutzung unter jüngeren Leuten deutlich stärker verbreitet ist als unter älteren. Manche Marktbeobachter sprechen hier sogar von einem Generationensprung wie damals, als Rock’n'Roll aufkam.

Eigene Erfahrung mit Web-2.0-Technik habe jedenfalls nur eine Minderheit der Führungskräfte: Zwar seien 34 Prozent der Befragten zum Beispiel in Xing unterwegs, 40 Prozent hingegen seien in keiner Community mit eigenem Profil vertreten.

Nur schlappe zehn Prozent der Unternehmen nutzen Blogs fürs Business. 12 Prozent wüssten nicht einmal, was ein Blog ist. (Twitter? … besser nicht fragen!)

Kommentar von cio.de zum Prinzip “User-Generated Content”, auf dem die Web-2.0- bzw. Social-Media-Anwendungen basieren: “Diese Art der Befüllung von Webseiten und Portalen unterscheidet sich von traditionellen Medien fundamental. Es wird Zeit, dass das mal jemand auch den Unternehmen sagt.” Denn Web-2.0-Werkzeuge wie Blogs, Wikis und Twitter eigneten sich schließlich für zahlreiche Einsatzfälle in der Unternehmenswelt. Ein erheblicher Anteil der interviewten Führungskräfte zählt aber offenbar zu jener Gattung, die der Nachwuchs 42-jähriger Manager gerne “Festnetztelefonierer” nennt, und unterschätzt das Social-Media-Potenzial dementsprechend sträflich.

Die mageren Ergebnisse decken sich mit der Studie von Forrester, die hier bereits vorgestellt wurde. Auch Forresters Untersuchung hatte ergeben, dass Deutschland in puncto Web-2.0-Nutzung nicht nur den USA, sondern sogar dem europäischen Durchschnitt hinterhertrödelt.

Amüsante Resultate bringen Studien stets, wenn man Leute zu einem Thema befragt, von dem sie wenig Ahnung haben. Auch cio.de weist genüsslich auf manch ein unsinniges Studienergebnis hin: “Mit 51 Prozent sagt […] mehr als Hälfte aller Befragten, dass es Social Media bei ihnen niemals geben wird. Das ist umso bemerkenswerter, weil gleichzeitig 56 Prozent der Befragten die Meinung vertreten, dass man mit Social Media den Verkauf ankurbeln könnte.” Spaß mit Umfragen.

“Eins aber wissen die Verantwortlichen auf jeden Fall: Für die IT-Abteilung ist das Web 2.0 nichts”, so cio.de-Autor Thomas Pelkmann. Denn 86 Prozent der Befragten würden (mit der Option von Mehrfachnennungen) das Thema Social Media bei den Kollegen von Marketing und PR ansiedeln - ein weiteres eklatantes Indiz dafür, wie sehr man das Potenzial von Social Media für die Zusammenarbeit im Unternehmen unterschätzt.

Die Fachleute von Forrester raten hingegen zu einer Social-Networking-Organisation nach dem Prinzip “Nabe und Speiche”: Forrester empfiehlt den Unternehmen also durchaus Social-Network-Verantwortliche in den Fachabteilungen (nicht nur im Marketing!), zudem aber auch eine zentrale Steuerungsinstanz durch einen Community-Manager bzw. ein Community-Management-Team.

Es wird spannend sein zu beobachten, ob und wenn ja wie schnell (oder langsam) deutsche Unternehmen Anschluss an die Möglichkeiten effizienter Zusammenarbeit finden - und in welchem Maße Skeptiker zu Experimenten mit den neuen dialogorientierten Werkzeugen motivierbar sein werden.


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