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September 2009
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Archive für 21.9.2009

Social Media sind nicht die Rettung für Marketiers

In ihrer interessanten und stellenweise amüsanten Präsentation “Your Social Media Strategy Won’t Save You” geht die Verfasserin Tara “Missrogue” Hunt mit dem Social-Media-Hype angenehm kritisch ins Gericht. Ihr Fokus liegt - wie beim meisten, was dieser Tage zu Social Media und Social Networks geschrieben wird - auf den Themen Vermarktung und Vertrieb.

Hunt ermahnt ihrer Zuschauerschaft, sich vom Social-Media-Rummel, der zur Zeit in Marketierskreisen tobt, nicht infizieren zu lassen: Von den schicken neuen Medien und Werkzeugen seien nämlich keine Massen neuer Käufer oder Kunden zu erwarten.

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Hunts Hauptkritikpunkte: 1. Social Media skalieren nicht - wie wahr. 2. Social Media sind nur ein Heftpflaster, ein Workaround - sprich: Social Media leisten wenig von dem, was Vermarkter und Kunden-Manager benötigen. Denn 3.: Social Media sind für das soziale Miteinander gedacht - Marketiers, die ihre Kunden per Twitter umwerben, missbrauchen mithin ein Consumer-Medium genauso wie jene Unternehmen, die Twitter für den Kunden-Support nutzen. Wobei Support via Twitter durchaus seinen Reiz haben kann, geht es doch beim Support-Fall um Dialog - die Frage ist eben nur auch hier, wie effektiv der Dialog dann für den hilfebedürftigen Kunden ist. Für nervtötend ergebnislose Zeitverschwendung gibt’s ja schon die Telefon-Warteschleife. (”Wenn Sie jetzt am liebsten aus dem Fenster springen würden, drücken Sie die 9…”)

Hunt zieht eine Umfrage heran, laut der 89 Prozent der befragten Erwachsenen und 91 Prozent der Teenager Online-Netze (Social Networks) vorrangig dazu nutzen, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. “Interessante neue Produkte zu finden” sei hingegen alles andere als an der Spitze dieser Liste, warnt Hunt.

Außerdem sei 4. das Vertrauen der Menschen auf einem historischen Tiefpunkt angelangt. Dies stellt Hunt dem Hype um die “Influencers” (Beeinflusser, also angesehene Multiplikatoren) entgegen, auf die viele Social-Marketiers blind vertrauen oder zumindest hoffen.

Statt auf Social Software zu setzen empfiehlt Hunt eine grundlegende strategische Neuausrichtung - die aber soooo neu dann auch wieder nicht ist: Sie rät zu einer kundenorientierten Business-Strategie, Fokussierung auf die Zufriedenheit des Kunden,  zum Setzen auf begeisterte Kunden statt auf “Influencers”, zu Lernkurven- statt Kampagnendenken und zu offenem, ehrlichem, respektvollem Umgang mit den Web-2.0-Communities - etwas, das sie den “Whuffie”-Faktor nennt. So heißt ganz zufällig ihr Buch, das sie gegen Ende der Präsentation promotet.

Angenehm und nützlich jedoch ist auf jeden Fall, dass Hunt die sozialen Medien auf das reduziert, was sie sind: schlicht und ergreifend Mittel zum Zweck - in diesem Fall zum schnelleren und intensiveren Dialog (und dies übrigens nicht nur zu Marketing-Zwecken! Die Communities, mit denen Unternehmen in den produktiven Dialog treten sollten, sind weit vielfältiger als nur “Kunden” oder “Prospects”, und sie sind auch nicht unbedingt alle “always online” - dies ist eine der Kernaussagen der Beiträge auf Metaphorous).


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