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3.11.2009 von Wilhelm Greiner.
Microsoft hat der Fachpresse heute Version 7 des Security Intelligence Reports (SIRv7) vorgestellt, der die weltweit von den Microsofties beobachteten Malware-Aktivitäten zwischen Januar und Juni 2009 zusammenfasst. Redmond nutzt dafür verschiedene Quellen, darunter die Daten aus dem hauseigenen Windows Malicious Software Removal Tool, aber auch die Suchmaschinenergebnisse von Bing. Tenor des Reports: Würmer sind wieder auf dem Vormarsch, die Hauptgefahr besteht durch Trojaner.
So weit, so schlecht. Interessant war eine Bemerkung des Präsentators Tim Rains, Group Product Manager bei MS: Laut Rains stehen jene Länder vergleichsweise gut da, in denen ausgeprägte Security-Awareness-Maßnahmen üblich sind, etwa Japan.
Die Infektionsrate sei in Japan konstant sehr niedrig, mitunter nur 1/8 des weltweiten Durchschnitts. Diesmal liege der Wert aufgrund hohen Wurm-Aufkommens bei 3,0 (drei Infektionen pro 1.000 erfasster PCs), damit gleichauf mit dem ebenfalls stets gut abscheidenden Deutschland und immer noch deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 8,7. Den ersten Platz belegte diesmal Finnland mit einem Wert von 1,9, gefolgt von Österreich.
Es fällt auf, dass die Länder, die vergleichsweise gut dastehen, nicht Englisch als Landessprache haben, sondern teils recht ausgefallene Sprachen (Finnland) oder andere Schriftzeichen als die westlichen (Japan). Das stellt für Malware-Programmierer angesichts einer weitgehend globalen Anglisierung offenbar eine Motivationshürde dar. Da muss man sich dann schon extra Arbeit machen, wie eben jene Angreifer, die den Online-Banking-Kunden in Brasilien auf Portugiesisch das Leben schwer machen.
Rains’ deutscher Kollege Tom Köhler, seines Zeichens Leiter Informationssicherheit und Kommunikation bei Microsoft, stellte deshalb die Frage ins Zentrum, welche Infrastruktur zu schaffen sei, damit die Anwender sich schnell und effektiv informieren können. Als Best Practices nannten die Microsoftler eine intensive Zusammenarbeit der IT-Industrie mit CERTs, ISPs, Regierungsstellen sowie Verbänden, die sich dem Awareness-Raising verschrieben haben.
Sicherer Umgang mit IT ist im besten Fall immanenter Bestandteil der Alltagskultur - ein “in Fleisch und Blut übergegangener” Automatismus, so wie für (zumindest die meisten) Autofahrer hierzulande das inzwischen selbstverständliche Anlegen des Gurts vor der Fahrt.
Autofahrer haben wenigstens den Vorteil, sich auf’s Fahren konzentrieren zu können, statt sich fragen zu müssen, ob der Hinweis “Warnung: Die Software Ihres Sicherheitsgurts muss dringend upgedatet werden! Jetzt updaten?”ein Malware-Angriff ist. Wenn wir Pech haben, kommt das eines Tages aber auch noch…
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