Sie befinden sich aktuell in den Wilhelm Greiners Communitainment-Blog Blog-Archiven für den folgenden Tag 4.11.2009.
4.11.2009 von Wilhelm Greiner.
Das Analystenhaus Gartner prophezeite kürzlich, dass bis zum Jahr 2013 ganze 80 Prozent aller Collaboration-Plattformen in Unternehmen Browser-basierte Web-2.0-Technik nutzen werden: Gegenüber bisherigen Tools, deren Workflows die Dokumente in den Mittelpunkt gestellt hatten/stellen, wird laut den IT-Auguren die Browser-basierte Echtzeit-Kommunikation und die gemeinsame Arbeit an Projekten die Oberhand gewinnen. Als einen hauptsächlichen Treiber sieht Gartner, dass Zusammenarbeit im Wiki-Stil sich etablieren wird und dadurch Web-2.0-Ansätze wichtiger werden.
Die Berater warnen, dass dieser Wandel von der Fokussierung auf die einzelne Datei (inklusive Sicherung, Sicherheit und Compliance) hin zum Web 2.0 die Unternehmen vor Probleme stellen wird: “Es bestehen fundamentale Unterschiede zwischen jenen Arbeitsstilen, die dateiorientiert und dokumentenbasiert sind, und jenen, die Web-2.0- und Browser-basiert sind“, so Jeff Mann, Research Vice President des Hauses. Der Umgang mit diesen Differenzen werde über den Erfolg der Einführung neuer Collaboration-Plattformen entscheiden.
Neben diesen beiden konkurrierenden “Mind-Sets” sehen die Gartners aber auch Hybridlösungen als gangbaren Weg: Einige Lösungen - hier fällt mir etwa Lotus Connections 2.5 ein - verbinden beide Welten, während andere Tools wie Google Apps klar Web-2.0-basiert seien, aber dennoch die (Offline-) Arbeit mit Dokumenten umfassen.
Es bleibt anzumerken, dass dieser Wandel nicht allein auf die Auswahl und Nutzung der Werkzeuge begrenzt bleiben wird: Es geht hier um unterschiedliche Kommunikationskulturen - “alles meins” versus “alles unseres”. In diesem Kontext müssen die Unternehmen entweder Vorbereitungen treffen, um einen “Culture Clash” zu vermeiden, also zum Beispiel Community-Manager etablieren und mit entsprechenden Befugnissen ausstatten - oder aber sie müssen den “Kampf der Kulturen” eben aushalten.
Geschrieben in Social Software, Community-Building, Community-Management | Keine Kommentare »