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16.12.2009 von Wilhelm Greiner.
Vor dem Hintergrund einer anhaltenden Diskussion um den Datenschutz in Social Networks (siehe auch hier) hat IT-Sicherheitsexperte Bruce Schneier in der neuesten Ausgabe seines Newsletter Cryptogram eine nützliche Einteilung der anfallenden Datenmengen vorgestellt.
Schneier unterteilt Social-Networking-Daten in folgende fünf Gruppen:
1. Service-Daten: die Daten, die man bei einer Social-Network-Site angeben muss, um sie benutzen zu können (Name, Alter, ggf. Kreditkartennummer)
2. bekanntgegebene Daten: die Daten, die der Benutzer auf seinen Seiten selbst postet (Blog-Einträge, Fotos, Nachrichten, Kommentare etc.)
3. anvertraute Daten: Daten, die man selbst auf den Seiten anderer Leute postet, sodass diese Daten anschließend der Kontrolle der anderen Nutzer unterliegen
4. zufällige Daten: die Daten, die andere Anwender über einen Benutzer veröffentlichen (und die man damit weder selbst generiert noch selbst kontrolliert)
5. Verhaltensdaten (Behavioral Data): die Daten, die eine Social-Network-Site über das Verhalten der Benutzer sammelt
Die Auswertung dieser Sammlungen von Daten - insbesondere der Verhaltensdaten - wird übrigens mitunter “Social Intelligence” genannt - ein nützlicher Begriff, umschreibt er doch die hier vorliegende Social-Networking-Variante der Datenauswertungen à la Business Intelligence: Worüber postet ein Anwender? Für was interessiert er sich? Mit wem ist der verlinkt? Welche Seiten besucht er? Wann und wie intensiv nutzt er Social Networks? Dies und viele Fragen mehr sind für Marketing und Vertrieb wichtige und damit wertvolle - für den Social-Site-Betreiber also teuer verkaufbare - Informationen.
Anwender haben bezüglich der jeweiligen Datentypen unterschiedliche Rechte - und, so Schneier, sie sollten durchaus unterschiedliche Rechte haben. Bei einigen Datentypen ist die Frage des Umfangs der Rechte, die der Social-Network-Betreiber und der Anwender besitzen oder besitzen sollten, heftig umstritten. Darf ich zum Beispiel verlangen, dass ein Foto einer wüsten Party gelöscht wird, auf dem ich zufällig mit abgebildet bin? Ist es mein Recht zu verlangen, dass mein Gesicht grobgepixelt wird?
Der Bereich, der jetzt schon der kritischste ist, und der mit dem zunehmenden Erfolg der Social Networks immer bedeutsamer wird, ist der Bereich der Verhaltensdaten und in der Folge die Frage der Social Intelligence. Denn das Sammeln und Auswerten (und damit letztlich der Verkauf) dieser Verhaltensdaten ist das Kerngeschäft von Social Networks. Zugleich ist dies aber auch die für den Anwender am wenigsten offensichtliche Datenart.
Um die Auswertung all dieser Service-, Nutzungs- und Verhaltensdaten werden wir mit Sicherheit noch zahlreiche hitzige Debatten erleben - und diese Debatten sind dringend notwendig.
Geschrieben in Social Networks, Security Awareness | Keine Kommentare »