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Archiv der Kategorie Consumerization

Social Media Guidelines freundlich vermitteln

Ein Schreckgespenst geht um in deutschen Firmen: das Mitmach-Web, also Plattformen wie Blogs, Social Networks, YouTube oder Twitter - mithin alles, was man diese Saison gerne unter dem Begriff “Social Media” zusammenfasst. User-Generated Content allerorten - da sorgen sich viele Unternehmenslenker um ihre Firmengeheimnisse, den guten Ruf des Unternehmens oder auch um die Konzentration der Mitarbeiter auf das Kerngeschäft. Social Media Guidelines sollen’s nun richten.

Immer mehr Menschen nutzen Social Media privat ebenso wie beruflich, und eine klare Grenzziehung ist schon längst nicht mehr möglich. Somit gibt es im Wesentlichen vier Bereiche, in denen Social Media für Unternehmen relevant sind:

* Berufliche Nutzung in der Arbeitszeit. Einerseits gibt es immer mehr hausinterne Social-Software-Plattformen mit der Zielsetzung “Enterprise 2.0″ (also elegantere und schnellere Zusammenarbeit auf der Basis von Web-2.0-Technik), andererseits gehört das Bloggen und Twittern zum Berufsalltag zum Beispiel von PR- und Marketing-Mitarbeitern.

* Berufliche Nutzung in der Freizeit. Für viele Mitarbeiter endet die Arbeitszeit schon längst nicht mehr mit dem Verlassen des Unternehmensgeländes, nicht mal mehr mit dem Zuklappen des Notebooks im Home Office: Dank iPhone, Blackberry und Co. ist man auch unterwegs und letztlich sogar rund um die Uhr erreichbar. (Und wieso kapiert der Kollege in Kalifornien eigentlich nicht, dass es nicht nur die vier US-Zeitzonen gibt? Seufz!)

* Private Nutzung in der Arbeitszeit. Da gibt es vor allem das Chatten, Twittern und YouTube-Gucken im Büro, das so viele Vorgesetzte fürchten - und bei dessen Bekämpfung sie dank zunehmender Verbreitung von Smartphones auf verlorenem Posten stehen, auch wenn sie’s oft noch nicht zugeben wollen. (Kleiner Trost: Jene Mitarbeiter, die Arbeitszeit mit Social Media verdaddeln, bekämen dies auch ohne YouTube, Twitter und Co. genausogut hin - das ist kein Technikproblem, sondern eines der Arbeitseinstellung!) Außerdem gibt es aber im Enterprise 2.0 auch durchaus Ansätze, dass Mitarbeiter auf unternehmenseigenen Collaboration-Plattformen durchaus Privates einbringen können und sollen - denn auch das dient der Unternehmenskultur und kann den intellektuellen Austausch über Team- und Abteilungsgrenzen hinweg fördern.

* Last but not least: die private Nutzung in der Freizeit. Da könnte man erst mal denken: Das geht doch den Arbeitgeber nichts an - würde die “Consumerization” (also die Grenzverwischung zwischen beruflicher und privater IT-Nutzung) nicht in beide Richtungen wirken. Wenn jemand privat unter seinem richtigen Namen postet und twittert (statt unter einem Alias oder Pseudonym), woher soll das Gegenüber dann wissen, dass dieses Posting nun eben nicht vom Unternehmenshandy abgesetzt wurde sondern vom privat erworbenen Gadget? Wie privat kann ein Blog-Post sein, wenn ich weiß, er stammt von einem hochrangigen Mitarbeiter der Firma XYZ? Hinzu kommt, dass zum Beispiel auch private Tweets öffentlich sind - was schon manchen über den Chef schimpfenden Tweeter seinen Job gekostet hat.

Die Sorge um unangebrachte, unbedachte oder auch exzessive Nutzung von Social Media ist häufig berechtigt, und darum geben immer mehr Unternehmen Social-Media-Guidelines heraus (was auch hier schon Thema war, siehe “Social-Networking-Richtlinien: Notwendig, übel oder notwendiges Übel?“). Um dies zu fördern, hat zum Beispiel die Fachgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft BVDW e.V. kürzlich einen eigenen Gratis-Leitfaden namens “Social Media Richtlinien: 10 Tipps für Unternehmen und ihre Mitarbeiter” vorgestellt, der als Grundlage für unternehmenseigene Handlungsvorgaben dienen soll.

Anders als bei den vielen Vorschriften, Richtlinien und Verhaltenskodizes der Business-Welt verkompliziert sich die Lage in Fall der Social-Web-Techniken dadurch, dass es sich - wie oben beschrieben - eben nicht um eine rein firmeninterne Angelegenheit handelt. Deshalb müssen Unternehmen - wie etwa auch im Fall der Security-Awareness - besonders darauf achten, ihre Mitarbeiter zum verantwortungsvollen Umgang mit den sozialen Medien zu motivieren, statt die mit Verboten, Vorschriften und dem Androhen von Konzequenzen zu verprellen.

Im Prinzip wissen das die Unternehmen - daher die Vorliebe für Richtlinien, Guidelines und Handlungsanleitungen statt für pauschale Verbote. Dennoch sind die Guidelines häufig im Stil eines “Hauptsache, wir haben’s mal schwarz auf weiß mitgeteilt” gehalten, wie zum Beispiel die Richtlinen des britischen Fernsehsenders BBC.

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Manchmal stößt man zum Glcük auf Beweise, dass es auch anders geht. Ein zurecht gern zitiertes Beispiel dafür ist die Social-Media-Broschüre von Kodak: Sie ist nicht nur kompetent zusammengestellt, sondern auch sehr ansprechend aufbereitet - nicht nur nützlich, sondern auch motivierend.

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Um den Unternehmen nicht nur eine Basis für die inhaltliche Diskussion zu geben (dafür findet man im Web bereits zahlreiche Beispiele), sondern zudem eine Anregung, wie man Social-Media-Guidelines freundlich und mit einem kleinen Augenzwinkern darstellen kann, haben der LANline-Cartoonist Wolfgang Traub und ich unter Verwendung diverser LANline-Titelgrafiken einen kleinen Social-Media-Leitfaden erstellt, der auf Slideshare kostenlos abrufbar ist. Mit solchem “Communitainment” können Unternehmen ihre Mitarbeiter hoffentlich eher dazu anregen, sich aus intrinsischer Motivation heraus verantwortungsvoll zu verhalten. Hier ein Beispiel für einen unserer Tipps:

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Da Fachleute wie zum Beispiel Prof. Michael Koch von der Universität der Bundeswehr in München/Neubiberg dazu raten, solche Guidelines kurz und knapp zu halten (siehe mein Interview mit Prof. Koch), haben wir uns auf 12 Tipps beschränkt. Dennoch oder gerade deshalb hier die Frage: Fehlt etwas? Muss ein Punkt noch unbedingt mit rein? Ich freue mich auf Feedback!


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Citrix-CTO Crosby: Innovationssturm steht bevor

Bei seiner Präsentation auf Citrix‘ internationaler Pressekonferenz in Budapest genstern startete Simon Crosby, CTO der Virtualization and Managemend Division bei Citrix, mit Industrieschelte: Heutige IT-Umgebungen seien wie überladene Kleinlaster: unflexibel, kompliziert und kurz vor dem Zusammenbruch - und die IT-Anbieterschaft ist selbst daran schuld, wie Crosby gerne eingestand.

Er verglich das Arbeiten mit dieser Ansammlung von Altapplikationen mit der Umgebung, die heutige Privatanwender bei sich zu Hause vorfinden: “Die Menschen stellen fest, dass sie zu Hause produktiver sind”, so Crosby. Denn privat genutzte Anwendungen sind flexibler und vor allem wesentlich intuitiver zu bedienen - ein Hauptgrund für die auch von Citrix gerne beschworenen Consumerization (Verschmelzung privater und beruflicher IT-Nutzung - siehe auch hier).

Für Enterprise-Anwendungen gilt es also heute, mit diesen Vorgaben aus dem Privatumfeld mitzuhalten. Laut Crosby sollen Virtualisierung und Cloud-Computing dieses Dilemma aus der Welt schaffen, indem der Business-Anwender künftig seine IT-Ressourcen einfach “aus der Wolke” bezieht, wie Privatanwender dies mit gehosteter E-Mail, Suche (Google), Verkauf (ebay) oder auch Kontaktpflege (Xing, LinkedIn, Facebook) schon längst handhaben - nur eben gemäß den Sicherheits- und Compliance-Anforderungen der Unternehmen.

Cloud Computing werde damit einen “Innovationssturm” auslösen, verkündete der Citrix-Vordenker. “Bei der Virtualisierung geht es um Separation”, so Crosby - nämlich die Trennung der beteiligten technischen Schichten, um die IT-Bausteine dynamisch zu Cloud-basierten Services zu kombinieren.

Der Consumerization will Citrix durch die Lösung XenClient den Weg ebnen: XenClient ist ein Bare-Metal-Hypervisor, also eine Virtualisierungsschicht, die direkt auf der PC-Hardware aufsetzt und diesen in Virtual Machines unterteilt. Dank ihr kann der Anwender auf Knopfdruck zwischen seiner privaten und seiner beruflichen Arbeitsumgebung (sowie bei Bedarf weiteren) wechseln. XenClient soll nächstes Jahr auf den Markt kommen.

So nützlich und schick XenClient ist: Letztlich ist auch ein solcher Hypervisor aus Sicht eines heutigen Informationsarbeiters lediglich ein Werkzeug, um zwischen zwei Welten hin- und herzuschalten, die - denkt man das Konzept Consumerization zu Ende - immer mehr verschmelzen (und eben nicht einfach parallel existieren): Was ist, wenn ich LinkedIn privat und beruflich nutze? Lässt sich das überhaupt trennen? Brauche ich beim Twittern zwei Accounts, jeden auf einer separaten Virtual Machine? Soll ich nun zwei separate Kalender führen?

Mittelfristig wird es für Knowledge-Workers nicht praktikabel sein, ständig zwischen privater und beruflicher Welt wechseln zu müssen. Die Herausforderung für Unternehmen liegt vielmehr in der möglichst effektiven Verzahnung der aus öffentlichen Clouds bezogenen (auch der privat genutzten!) Anwendungen mit den hauseigenen Enterprise-Clouds (verwirrenderweise “Private Clouds” genannt, als Gegensatz zu den Public Clouds von Amazon, Google und Co.).

Wie produktiv die Knowledge-Workers von morgen arbeiten können, wird in hohem Maße davon abhängen, die elegant einem Unternehmen (bzw. dessen Cloud-Service-Provider) dieser Nexus gelingt - wohlgemerkt unter Beachtung all der schönen und sich stetig vermehrenden Sicherheits- und Compliance-Anforderungen, die ein Unternehmen zu beachten hat.

In Citrix’ Bring-your-own-PC-Programm nutzen die Anwender private Endgeräte und greifen dann über den Citrix-Client via VPN auf ihre Business-Anwendungen zu - im Prinzip also wie zu guten alten Terminal-Server-Zeiten, nur eben von ihrer eigenen Umgebung aus. Office-Arbeit und Zusammenarbeit im Team könnte künftig aber wohl noch ein Stückchen eleganter vonstatten gehen.

Laut Crosby hat Citrix dazu auch schon Software in seinem Labor in Vorbereitung. Man darf also gespannt sein…


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Desktop als On-Demand-Service muss einfach sein

Bei einer weltweiten Citrix-Pressekonferenz in Budapest hat heute Raj Dhingra, Vice President von Citrix’ Desktop Delivery Group, den Weg hin zur Bereitstellung von Desktops als On-Demand-Service - also nach Bedarf und aus der Internet-Wolke heraus - skizziert.

Ein wichtiger Aspekt in dieser Entwicklung ist laut Dhingra die “Consumerization” der IT: Mitarbeiter, die ihre private Hardware und Software auch im Unternehmen nutzen - bis hin zur auch bei Citrix selbst inzwischen eingeführten Vorgehensweise “Bring your own Computer” (BYOC).

Noch nützlicher wird BYOC laut Dhingra durch Virtualisierung: Anwender können damit auf einem Gerät ihre privaten und ihre beruflichen (und potenziell weitere) Umgebungen betreiben und “auf Knopfdruck” wechseln. Der Bezug von Applikationen erfolgt dabei in Citrix’ Konzept über ein Portal wie das hauseigene Dazzle (oder Apples iPhone-AppStore, der heute vielen Delivery-Konzepten als Vorbild dient).

Dies ist alles durchaus sehr anwenderfreundlich - sofern  das Unternehmen zumindest den grundlegenden Support im Problemfall übernimmt, statt den Anwender damit ganz allein zu lassen. Denn Desktop as a Service (DaaS) heißt auch: als Self-Service - der Anwender muss sich selbst darum kümmern. Je besser automatisiert und je einfacher, desto nützlicher ist das Konzept für den Benutzer. Im Ernstfall wird er aber weiterhin den Service-Desk als Ansprechpartner haben wollen - und brauchen.

Auch die Einführung von DaaS und BYOC muss den Mitarbeitern eines Unternehmens deshalb erst vermittelt werden: Es ist für viele ein ganz neues Konzept und wird für Verunsicherung sorgen: Was darf ich in welcher Situation tun, was muss ich bleiben lassen, wie muss ich mich verhalten? Unternehmen sollten sich deshalb nicht darauf verlassen, dass neue nützliche Technik sich “von selbst” verbreiten wird - das ist eine typische Techie-Perspektive, die zu kurz greift.

Eine sinnvolle Vorgehensweise könnte es sein, den Wandel hin zu DaaS und BYOC im Unternehmen zu diskutieren - mittels Social Software oder auf die gute alte Offline-Weise in Meetings und Versammlungen. Best Practice ist es in diesem Umfeld, die Policy für den Gebrauch privater Hardware im Unternehmen gemeinschaftlich zu erarbeiten.

Schließlich sollen die Mitarbeiter ja ihre eigene Hardware einbringen. Im Rahmen von Citrix’ BYOC-Programm bekommen sie dafür eine finanzielle Kompensation. Es geht hier aber um einen Wandel der Arbeitskultur und nicht nur um eine Änderung des Beschaffungswegs.


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secAware: Die deutschsprachige Awareness-Szene diskutiert neue Wege

Bei der secAware vorgestern und gestern in Düsseldorf trat sich die Crème de la Crème der deutschen, österreichischen und schweizer Security-Awareness-Szene. Die rund 70 Teilnehmer diskutierten, wie Awareness-Arbeit der nächsten oder gar dritten Generation aussehen könnte - während die Masse der Unternehmen die erste Welle noch vor sich hat (oder aber von deren Notwendigkeit gar nichts weiß).

Die fast durchwegs spannenden Vorträge und Diskussionen drehten sich um Fragen wie Sicherheits- und Unternehmenskultur, Interkulturalität, Messbarkeit des Erfolgs von Awareness-Maßnahmen, die Berücksichtigung von Charaktertypen bei der Ausrichtung von Kampagnen, Involvement und Blended Learning, Einschätzung des Risikos durch den menschlichen Faktor im IT-Alltag (auf neudeutsch Human Factor Risk Assessment oder HFRA geheißen) und mehr.

091029-secaware.JPG Das Publikum der secAware sah zwischenzeitlich die Welt durch Security-Awareness-Brillen von known_sense. Bild: isits.

Dazu kamen Praxisberichte von Microsoft (mehr dazu morgen) und EnBW. Der gemeinsame Nenner war stets: Man muss die angesprochenen Kollegen im Haus aktiv engagieren und emotional involvieren, damit die Awareness-Arbeit eine Chance auf nachhaltige Wirkung haben kann.

In einer Mittagspause präsentierte mein Communitainment-Partner Wolfgang Traub, welche Möglichkeiten in humorvoller visueller Präsentation - genauer: in Cartoons - stecken, während ich bei der abschließenden Podiumsdiskussion für Community-gerechtere Kommunikation plädieren durfte.

Mir fiel bei der Veranstaltung vor allem auf, dass die anwesenden CISOs, Security-Experten und Awareness-Berater die Themen Social Software und Social Networks fast ausschließlich überwiegend als Bedrohung diskutiert haben. Das Potenzial von Social Software, eine Plattform für eben jene Involvierung zu bieten, die immer wieder beschworen wurde, fand kaum Beachtung.

Social Software rollt aber auf die Unternehmen zu wie ein Tsunami: Die Firmen werden mit diesen neuen Techniken spontaner, flexibler Zusammenarbeit und Kommunikation konfrontiert werden, ob sie wollen oder nicht, so wie früher mit E-Mail, PDAs oder Mobiltelefonen.

Denn erstens ist Social Software für viele Dinge einfach praktischer und einfacher zu bedienen als die unternehmensinternen Tools. Zweitens kennen und nutzen immer mehr Menschen Social Networks und Social Media im Privatleben - und die private vermischt sich immer stärker mit der beruflichen IT-Nutzung („Consumerization“ genannt) - mal von den Unternehmen gefördert, mal nicht.

Social Computing/Media/Networking/Software/was-auch-immer wäre deshalb ein ungemein gut geeignetes - weil beliebtes, schickes, aber zugleich offensichtlich problematisches - Thema, um mit den Mitarbeitern eines Unternehmens einen Dialog anzuzetteln - sorry: „Involvement zu generieren“. Man könnte die Kollegen früh und aktiv an einer Security-Debatte rund um den Einsatz und die Grenzen jener Tools beteiligen, die vielen CISOs offenbar ausschließlich als dunkle Wolken am Horizont der Informationssicherheit gelten. Vielleicht kommt das ja noch. Hilfreich wär’s.


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Communitainment-Manifest: eine Arbeitshypothese

* In wenigen Jahren (für Deutschland: in fünf; für die USA: in zwei bis drei) wird das Software-Interface, an dem ein Anwender eines fortschrittlichen Unternehmens seinen Arbeitstag verbringt, zugleich sein Community-Interface sein.
* Zögerliche Unternehmer werden befürchten, dass die Community-Aspekte die Mitarbeiter von der Arbeit abhalten. Schlaue Unternehmer werden diese Community-Aspekte so zu steuern verstehen, dass sie das Geschäft bestmöglich fördern.
* Die Verschmelzung beruflicher Collaboration mit (ursprünglich privater) Community-Teilnahme ist die logische Fortsetzung der „Consumerization“ (Gartner) der Arbeitswelt und des rapide wachsenden Einflusses (Forrester: „Groundswell“) der Web-2.0-Communities.
* Um von dieser Bewegung zu profitieren, müssen Unternehmen Community-gerechter - also offener, transparenter, dialogorientierter - kommunizieren und dabei auch die Consumer- und Entertainment-Aspekte der Online-Communities berücksichtigen. Diesen Ansatz Community-gerechter Kommunikation nenne ich „Communitainment“.
* Je besser ein Unternehmen seine Geschäftsprozesse mit flexibler Kommunikation, multimedialer Team-Collaboration, Community-Orientierung sowie Entertainment-Elementen verschmelzen kann, desto produktiver und erfolgreicher wird es in seinem Markt agieren.
* Informationsbeschaffung wird in Communities stattfinden. Vermarktung und Verkauf werden in Communities stattfinden. Support wird in Communities stattfinden. Personalentwicklung wird in Communities stattfinden. Produktentwicklung wird in Communities stattfinden. Outsourcing wird ersetzt durch Crowdsourcing.
* Marketing-Manager werden Community-Manager sein.
* PR-Manager werden Community-Manager sein.
* Channel-Manager werden Community-Manager sein.
* Sales-Manager werden Community-Manager sein.
* Support-Leiter werden Community-Manager sein.
* Entwicklungsleiter werden Community-Manager sein.
* Personalentwickler werden Community-Manager sein.
* Vorgesetzte werden Community-Manager sein.
* Erfolgreiche Unternehmen werden nicht abwarten, dass die relevanten Communities sich in Social Networks formieren, sondern werden das Community-Management selbst in die Hand nehmen.
* Optimaler Zeitpunkt, um mit dem Aufbau des Community-Managements zu beginnen: jetzt.


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Gartner: Social Computing ein Top-Trend für 2010

Das bekannte Marktforschungshaus Gartner hat diese Woche anlässlich seines Gartner Symposiums in Orlando, Florida seine Einschätzung der zehn wichtigsten Technologietrends für das kommende Jahr vorgestellt. In die Top 10 der Analysten haben es geschafft: das allgegenwärtige Modethema Cloud Computing, simulationsfähige Analysewerkzeuge für effizientere Geschäftsprozesse, zentral verwaltete virtualisierte Clients (also Virtual Desktops), “IT for Green” (Umweltschutz durch IT-Einsatz), kleinteilig skalierbare Rechenzentren, Aktivitäts-Monitoring für mehr Sicherheit, Flash-Speicher (als Ersatz für Festplatten), Virtualisierung als Mittel für höhere Verfügbarkeit, Applikationen für mobile Endgeräte sowie Social Computing.

Unter dem Label “Social Computing” fordert das Analystenhaus die Verknüpfung der individuellen Arbeitsumgebungen der Mitarbeiter im Unternehmen mit deren jeweils bevorzugten Informationsquellen - ein weiterer Aspekt der von Gartner schon vor Jahren ausgerufenen “Consumerization“, also der Verschmelzung von beruflicher und privater IT-Nutzung.

Die Folgerung der Analysten: Unternehmen müssen sich auf den Einsatz von Social Software und Social Media ebenso konzentrieren wie auf die Integration dieser Plattformen in externe Communities - seien sie vom Unternehmen geförderte externe Communities oder aber öffentliche Plattformen. Das “soziale Profil” sei dabei ein Mittel der Verbindung dieser beiden Welten.

Dieser Brückenschlag zwischen privat und beruflich genutzten Social-Software-Umgebungen erfordert eine neue Art der Kommunikation seitens der Unternehmen, die eben diese Bewegung nachvollzieht. Denn der Tonfall ist in den beiden Social-Software-Welten durchaus unterschiedlich. Kommt ein Unternehmen diesen unterschiedlichen Bedürfnissen an den schnellen, oft auch informellen Austausch von Informationen, Meinungen und Fragen nicht entgegen, dann errichtet es Motivationshürden, schafft Unsicherheiten und bremst damit das Potenzial dieser neuen, dynamischen Kommunikationsformen aus.


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IDC: Community-Software wird ein riesiger Markt

Laut einer Meldung des Analystenhauses IDC hat sich der Umsatz mit Software für Online-Communities (”Community Software”, “Social Software” oder “Social Network(ing) Software”) im Jahr 2008 glatt verdoppelt: von $135,3 Mio. 2007 auf $278,4 Mio. im Folgejahr. Und das trotz Krise. Geht doch!

Die Marktforscher erwarten nicht zuletzt deshalb einen steilen Anstieg der Umsätze mit Community-Software: Im Jahr 2013 soll dieser Markt rund $1,6 Mrd. abwerfen. Die genauen Zahlenangaben sind, wie immer bei solchen Marktforschungs-Prognosen, mit Vorsicht zu genießen. Im Wesentlichen bedeuten sie: Die Analysten halten Community-Software für ein Boom-Segment.

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Eine interessante Feststellung: “Wenn diese Anwendungen nicht von der Organisation bereitgestellt werden, bringen Mitarbeiter sie laut IDCs Beobachtung in Eigeninitiative mit”, so die Pressemeldung zur Studie. “Consumerization” nennen die konkurrierenden Gartner-Analysten diesen Trend.

IDCs Folgerung: “Einer der besten Wege, Social-Networking-Aktivitäten sicherzustellen, besteht darin, dass die Organisationen selbst Social Software für den Gebrauch durch ihre Mitarbeiter bereitstellen.” Aus diesem Grund sei schnell ein dicht mit Anbietern besetzter Markt für Online-Community-Software entstanden. Die Analysten meinen hier Anbieter wie Jive, Telligent, Atlassian, Mzinga, Socialtext und nicht zuletzt Google.

IDC warnt aber zugleich, dass durchwachsene Akzeptanz seitens der Unternehmen (oder “Organisationen”, wie IDC sie zu nennen pflegt, damit sich keine Behörden o.ä. ausgeschlossen fühlen) einen großen Bremsklotz am Siegeswagen der Community-Software darstellt: Lücken in der Community-Landschaft bleiben laut den Forschern bestehen, da einige Unternehmen nicht in der Lage sein werden, “sich auf transparentere Arten des Betriebs umzustellen”. :-)

Ihre Glaskugel hat den Markforschern außerdem gezeigt: Einige Community-Initiativen werden daran scheitern, dass Unternehmen den Personalbedarf unterschätzen, der mit dem Community-Management einhergeht.

OK - wahrscheinlich hat dies den IDC’lern keine Glaskugel verraten, sondern einfach der gesunde Menschenverstand. Schließlich gibt es bei jeder Umstellung der Arbeitsweise Unternehmen, die den Finanz- und den Personalaufwand unterschätzen. ;-)


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Der Trend geht zur Individualwolke

Privatleute müssen heute mehrere PCs, weitere mobile Endgeräte und diverse Online-Services bändigen, um die Hoheit über ihr digitales Privatuniversum zu behalten. Das Analystenhaus Forrester geht davon aus, dass ein IT-Anwender künftig eine “Personal Cloud” (persönliche Wolke) aus IT-Geräten und -Diensten nutzen wird, um seine Daten und Ressourcen zu verwalten.

Das Marktforschungshaus definiert eine “Personal Cloud” wie folgt: “Ein Internet-basierter digitaler Service für Individuen, der als permanente und flexible Ressource dient, um 1. persönliche Informationen, Dokumente, Medien und Kommunikation zu organisieren und vorzuhalten; um 2. diese Informationen nach Bedarf an jedes Gerät oder jeden Service weiterzuleiten; und um 3. die Integration persönlicher Information über alle digitalen Geräte und Dienste hinweg zu orchestrieren.”

Dieser Trend zur Privatbewölkung geht mit einem weiteren Trend einher: der Verwischung der Grenze zwischen privatem und geschäftlichem IT-Einsatz, “Technology Populism” oder “Consumerization” genannt. “Heute schleppen wir Consumer-Techniken am Arbeitsplatz ein”, so Forrester-Analyst Frank E. Gillett in seinem Report “The Personal Cloud“. Der Anwender von Welt (und weltweitem Web) nutze heutzutage AOL Instant Messenger für den Chat am Arbeitsplatz, Linkedin für das Projekt-Recruiting und WordPress für das Bloggen über die Work-Life-Balance. Dies führe zur Verbreitung neuer Computing-Szenarien und -Angebote wie Online-Backup-Services, leistungsstarker Web-Umgebungen und Desktop-Virtualisierung.

“Die Personal Cloud wird den Personal Computer in den Hintergrund drängen”, postuliert Forrester-Analyst Gillett. Zudem sei Client-Virtualisierung “die Zukunft des Unternehmens-PCs”.

Unternehmen sollten sich also darauf einstellen, dass ihre Anwender in Zukunft immer mehr private Geräte und Services auch im Arbeitsumfeld nutzen wollen, ja müssen, um produktiv sein zu können. Dies einfach zu verbieten, kann die Arbeitsabläufe dieser Mitarbeiter erheblich einschränken, von ihrer Motivation ganz zu schweigen.

Somit ist es ratsam, eine Policy für Consumerization im Unternehmen zu definieren, den gewünschten Umgang mit Personal Clouds zu kommunizieren und die Mitarbeiter umsichtig zum verantwortungsvollen Umgang mit der Melange privater und geschäftlicher Kommunikation zu motivieren.

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Consumerization ist bei Citrix Programm

Citrix, der Marktführer bei Lösungen für den Fernzugriff auf zentral gehostete Applikationen und Desktops, hat für seine US-amerikanischen Mitarbeiter ein Programm aufgesetzt, um die Verwendung privater PCs in der Firma zu fördern. Unter dem Namen “BYOC” (Bring your own computer) gewährt das IT-Unternehmen Mitarbeitern, die ihren eigenen Notebook für ihre Arbeit nutzen, eine Gutschrift als Anreiz und Unkostenausgleich. Ziel ist einerseits eine Kostenersparnis beim Desktop-Management, andererseits eine erhöhte Zufriedenheit der Mitarbeiter, da diese bei der Wahl ihres Endgeräts nun flexibler sind. So werden laut Citrix neben Windows- auch Mac-OS-Rechner durch das Programm abgedeckt.

Die Citrix-Mitarbeiter können zudem ein bereits erworbenes Notebook für das Programm heranziehen, vorgeschrieben ist jedoch immer der Einsatz eines RSA SecurID Tokens für Authentifizierung beim Zugang zum Netzwerk. Für den sicheren Zugriff auf die gewünschten Ressourcen sorgen Citrix’ hauseigene Tools wie XenApp (Fernzugriff auf Anwendungen), XenDesktop (Fernzugriff auf gehostete Desktops) und das Access Gateway (für SSL-Verbindungen).

Um den Mitarbeitern den Einstieg in das BYOC-Programm schmackhaft zu machen, hat Citrix dafür eine eigene Website eingerichtet. Dort wird erklärt, wie das Programm funktioniert, wie man daran teilnimmt und welche Software-Optionen es gibt. Außerdem gibt es Kurzanleitungen und die Möglichkeit, einen Antrag auf Teilnahme auszufüllen. Im Community-Blog von Citrix gibt es weitere Infos über das Programm.

Damit ist Citrix einer der Vorreiter jenes Trends, den Gartner “Consumerization” und Forrester “Technology Populism” nennen: die zunehmende Verwischung der Grenze zwischen Berufs- und Privatnutzung von IT. Diese Grenzverwischung kann für ein Unternehmen wie für seine Mitarbeiter ein Gewinn sein, wenn die damit verbundenen Anforderungen und Richtlinien klar formuliert sind und das Unternehmen das BYOC-Konzept den Mitarbeitern nicht einfach aufdrängt, sondern sie von dessen Vorteilen zu überzeugen versucht. Das BYOC-Programm von Citrix ist ein gutes Beispiel für eine sanfte Migration in eine sehr interessante Richtung.

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Consumerization erfordert mehr persönliche Verantwortung

In seinem Report “Technology Populism Fuels Mobile Collaboration” stellt Forresters Vice President und Principal Analyst Ted Schadler fest, dass Unternehmen die in die Firma mitgebrachten privaten Endgeräte mit ihren IT-Support-Teams unterstützen sollten. Denn die Nutzung von Privatgerätschaft im Berufsumfeld - von Forrester “Technology Populism” genannt, während der Konkurrent Gartner von “Consumerization” spricht (siehe hier) - dient in vielen Fällen dazu, die eigene Produktivität zu steigern, etwa durch Einsatz von Collaboration-Werkzeugen für unterwegs, die die hausinterne IT-Truppe offenbar nicht liefern kann.

Consumerization/Tech Populism stößt bei IT-Verantwortlichen häufig auf Vorbehalte aufgrund von Compliance- oder Sicherheitsbedenken.  Es geht hier um die klassische Zwickmühle zwischen zentraler Datenhaltung und der immer weiteren Verbreitung mobiler Klein- und Kleinstgeräte: Schadler spricht vom “Kompromiss zwischen der Sperrung mobiler Geräte, um Information sicher vorzuhalten, und dem Öffnen dieser Geräte, um sie nützlicher zu gestalten”.

Als Ausweg aus dieser Zwickmühle empfiehlt er: “Schaffen Sie eine umfassende Richtlinie der persönlichen Verantwortung.” Das heißt, um das Business-Potenzial von - erwünscht oder unerwünscht - im Berufsalltag genutzten privaten Endgeräten und -gerätchen auszuschöpfen, sollten Unternehmen die Mitarbeiter mit an Bord holen. Dies erfordert klar und nachvollziehbar kommunizierte Richtlinien, Workshops und Trainings zum Einüben des korrekten Umgangs mit diesem Equipment, aber auch Aufklärungs- und Motivationsmaßnahmen mittels Edutainment und Communitainment.

Der Forrester-Analyst rät außerdem dazu, die Werkzeuge des Social Networkings zu nutzen, um das Thema Informationssicherheit in den Mittelpunkt zu rücken: “Erwägen Sie, eine offene Diskussion mit den Angestellten durch ein Richtlinien-Wiki hervorzurufen, in dem Ihre Rechts-, Kommunikations- und Geschäftsverantwortlichen posten können.” Damit spricht Schadler einen zentralen Punkt an: Eine offene Diskussion der Informations- und IT-Sicherheit ist eine geeignete Basis, um im Unternehmen die Relevanz des Themas zu veranschaulichen - und kann somit ein sehr nützlicher Baustein einer unternehmensweiten Information-Security-Initiative sein. Denn ein Mitarbeiter, der voller guter Absichten eigene Geräte mitbringt, um produktiver arbeiten zu können, will als Gesprächspartner ernstgenommen und eingebunden werden.

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