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20.4.2010 von Wilhelm Greiner.
Eine gute und eine schlechte Nachricht zum Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, der die europäischen Flugzeugflotten per Aschepartikel-Knockout zu Boden geschickt hat - die schlechte zuerst: Der Vulkan mit dem unhandlichen Namen hat den Passagier- und Frachtfliegern nun schon seit Tagen kontinuierliche Bodenhaftung verordnet, was nicht nur die Airlines und Flughäfen viel Geld kostet, sondern auch die Just-in-Time-Produktion zahlreicher Branchen in eine Much-too-late-Logistik verwandelt, was weitere Einbußen verursacht.
So musste zum Beispiel das BMW-Werk in Dingolfing wegen ganz und gar nicht “in time” gelieferter Elektrobauteile eine Produktion stoppen, und man hörte sogar Gerüchte, in Münchner Schicki-Lokalen könnte der Hummer knapp werden (das Krustentier, nicht der hässliche Geländewagen).
Die gute Nachricht: Da die Flugindustrie laut Analysten für zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich zeichnet, ist die erzwungene Erholungspause laut Klimaforschern letztlich sogar gut für die Umwelt. Dies hat zum Beispiel das britische Blatt The Guardian berichtet, und auf informationisbeautiful.net war auch eine sehr anschauliche Grafik zum Vergleich des CO2-Ausstoßes des Vulkans mit dem der europäischen Luftfahrtindustrie zu finden:
Bild: http://informationisbeatiful.net
Aber auch auf die IT-Industrie wirkt sich der Vulkanausbruch aus. So habe ich kurz nach der Eruption mit meinen Kollegen in der Redaktion gewettet, dass wir nun einen Schwall von Pressemitteilungen erhalten werden, in denen die Anbieter von Lösungen für Web-Collaboration und Video-Conferencing eilig vermelden: Wer unsere Tools einsetzt, ist jetzt fein raus, weil er nicht auf Flüge angewiesen ist.
Und hast du nicht geseh’n: Von der Cisco-Tochter Webex kam die Pressemitteilung “Online gegen Vulkanasche: Sechs Tipps für den Einsatz von Webkonferenzen”, Easynet rückte seine Videokonferenz-Angebote unter der Überschrift “Telepresence statt Flugausfall” ins rechte Licht, und Polycom meldete: “Unterbrechung des Flugverkehrs sorgt für Aufwind bei der Nutzung von Videokonferenz- und Telepresence-Lösungen” - um nur einige Pressetexte zu nennen. Der Carrier Telefónica hatte immerhin die nette Idee, seinen Firmenkunden während des Flugverbots kostenlose Telepresence-Services anzubieten.
Die einschlägigen Anbieter werden ab sofort sicherlich nicht mehr nur die Zeit- und Kostenersparnis oder Green IT - den Beitrag zum Umweltschutz durch weniger Dienstreisen - in den Mittelpunkt rücken. Per Eruption hinzugekommen ist nun das Thema “Business Continuity”, also der unterbrechungsfreie Geschäftsbetrieb in Krisenzeiten. Und diese Anbieter haben damit schlicht und einfach recht. Allerdings ist die IT-Industrie nach wie vor gefordert, ihren eigenen CO2-Ausstoß deutlich unter den der Luftfahrtindustrie zu drücken - laut der erwähnten Gartner-Meldung lagen beide Industriezweige 2007 nämlich noch gleichauf.
Man darf hoffen, dass die bedrohliche Aschewolke den Unternehmen als Weckruf dient, künftig tatsächlich stärker auf umweltfreundliche Web-Collaboration- und Video-Conferencing-Technik zu setzen. Dann hätte das isländische Rauchzeichen wenigstens einen langfristigen Nutzen - für die Unternehmen und für die Umwelt.
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17.3.2010 von Wilhelm Greiner.
Das Thema Energiesparen hat den unangenehmen Beigeschmack des Verzichts: Häufig soll man, um die Umwelt zu schonen, auf etwas verzichten - auf Flugreisen, auf Bequemlichkeit, auf den 90-Grad-Waschgang - und zur Minderung des Klimawandels Zeitaufwand, Mühen und Umwege in Kauf nehmen. Weil im Menschen aber ein kleiner Egoist wohnt, macht er so etwas nicht gern. Dann kommt der kleine Egoist - erfindungs- und fintenreich, wie er ist - auf allerlei Ideen: Verschieben (”Ich kann ja nächste Woche noch…”), Vergessen (”Was wollte ich gleich nächste Woche noch…?”), Verniedlichen (”Das mit dem Klimawandel ist doch nur halb so schlimm. Lasst Palmen wachsen!”) oder auch Leugnen (”Das mit dem Klimawandel - da kann doch der Mensch gar nicht dran schuld sein!”).
Deshalb habe ich es in meinen Green-IT-Artikeln in der LANline immer befürwortet, wenn die Verfechter umweltfreundlicher Technik eifrig mit der Finanzkeule zugeschlagen haben: “Stromsparen ist nicht nur gut für die Umwelt, es senkt auch die Energiekosten.” Man muss die Zielgruppe eben da packen, wo man sie erwischt, und das ist oft genug am Geldbeutel - insbesondere wenn man den Blick auf die Betriebs- und Klimatisierungskosten eines ausgewachsenen Rechenzentrums richtet, denn da kommt ganz schön was zusammen.
Wie erreicht man nun IT-Anwender, die für das Kostenargument nicht zugänglich sind? Zum Beispiel Anwender in Unternehmen, die ihren Strombedarf schließlich nicht selbst bezahlen müssen? Hier helfen, wie ich in zahlreichen Gesprächen mit IT-Anbietern und IT-Verantwortlichen gelernt habe, keine allgemeinen Appelle, sondern erstens technische Maßnahmen wie zentral vorgegebene Power-Settings sowie zweitens gezielte Awareness- und Motivationsaktionen. Denn auch ökologisch uninteressierte Mitarbeiter muss man da packen, wo man sie erwischt: Und das ist oft genug bei der Gier (nach Lob, Anerkennung, Incentives, Gratifikationen etc.). Erst wenn der richtige Weg einmal eingeschlagen ist, kann man sich auf den psychologischen Mechanismus der Konsistenz verlassen: Nimmt sich der Mensch einmal als ökologisch denkendes und handelndes Individuum wahr, neigt er dazu, dieser Selbstdefinition auch weiterhin treu zu bleiben.
Wie aber geht man mit Privatanwendern um, denen die paar Euro Stromkosten egal sind, und an denen auch die Green-IT-Debatte spurlos vorübergegangen ist? Mit dieser Frage haben sich der LANline-Cartoonist Wolfgang Traub und ich befasst. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist eine Comic-Geschichte, die wir als PowerPoint-Präsentation auf Slideshare öffentlich zugänglich gemacht haben.
Das Comic zielt auf ökologisch eher uninteressierte Consumer. Es handelt von einer genervten PC-Benutzerin, die ein paar recht drastisch überzeichnete Stromkonzern-Bonzen dabei belauscht, wie sie über die dummen PC-User herziehen, die vorhandene Energiesparoptionen nicht nutzen.
Denn wenn bei manchen Anwendern schon das ökologische Gewissen nicht genug Antrieb zum Energiesparen liefert, dann vielleicht wenigstens der Gedanke: “Diesen Leuten will ich mein Geld aber nun nicht hinterherschmeißen!”
Das Energiespar-Comic “7 Klicks und 1 OK” finden Sie hier. Viel Spaß beim Lesen! Ich freue mich wie imer über Kommentare und Anregungen.
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24.2.2010 von Wilhelm Greiner.
IT-Gigant IBM hat auf der Partner- und Kundenkonferenz “Pulse” seiner Management-Software-Division Tivoli die Notwendigkeit eines intelligenten, IT-gestützten Gebäude-Managements - und damit die hauseigene Management-Lösung Maximo - ins Rampenlicht gerückt. Denn nicht Autos, sondern Gebäude seien die größten Treibhausgasschleudern, betonte Tivoli-Chef Al Zollar in seiner Keynote.
Laut IBMs Angaben sind Gebäude in den USA für 70 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich - der deutsche Bauingenieur seufzt an dieser Stelle, runzelt die Stirn und nickt seinem Sitznachbarn wissend zu. Gebäude seien zudem die Quelle von 38 Prozent des CO2-Ausstoßes, im dicht besiedelten Stadtgebiet von New York City sogar von 80 Prozent. Der Grund dafür ist Ineffizienz bei der Versorgung mit Wärme, Strom und Wasser (wenn wir ineffizente Bauweisen einmal großzügig außen vor lassen).
IBM hat deshalb - mit festem Blick auf das IP-basierte Facility-Management, wie manche anderen Vertreter der IT-Branche auch - das Einziehen eines Intelligence-Layers, also einer IT-gestützten Steuerungsebene, in die Gebäude gefordert. Dazu hat IBM seine Partnerschaft mit Johnson Controls ausgebaut sowie eine neue Kooperation mit Druckerhersteller Ricoh für ein umweltfreundlicheres Drucker-Management vorgestellt.
Green IT kann in der Tat auch und gerade außerhalb des Rechenzentrums einen wichtigen Beitrag für Energieersparnis und Umweltschutz - oder, wie IBM es nennt: für einen “smarteren Planeten” - leisten. Das hat zum Beispiel der WWF-Experte (World Wildlife Fund) Dennis Pamlin bereits Anfang 2008 auf einem Berliner Green-IT-Gipfel deutlich hervorgehoben.
Eine beachtliche Ironie liegt aber in der Tatsache, dass Big Blue für smartere Gebäude ausgerechnet an einer Stätte exzessiver Energieverschwendung plädierte: Die Pulse fand in Las Vegas statt, einer künstlichen Hotel-, Konferenz- und Glücksspiel-Oase mitten in der Wüste von Nevada. Man darf spekulieren, was mehr Treibhausgase verursacht: die typisch amerikanische Klimatisierung (aber bitte höchstens 16 Grad!) tagsüber oder nachts die flächendeckende Christbaumbeleuchtung jener Stadt, die sich als das Glücksspiel-Mekka der Welt betrachtet.
IBM veröffentlichte als Beleg für die Effizienz der Maximo-Software einen Video-Clip über deren Einsatz im Venetian Resort Hotel in Las Vegas. Der Film zeigt aber in erster Linie die maßlose Energie- und Ressourcen-Verschwendung der gigantomanischen Wüstenhotels: Las Vegas, so heißt es im Video-Clip, sei der Standort von 17 der 20 größten Hotels in den USA, und man empfange jährlich 37 Millionen Gäste. Alles im Clip natürlich üppig illustriert mit jenen Bildern, wie man sie von Las Vegas zur Genüge kennt: ein Haufen Hotels, die wie lebensgroße Werbetafeln ihrer selbst quietschbunt illuminiert in den Nachthimmel leuchten.
Im Sinne des Umweltschutzes kann man der IT-Branche nur möglichst viel Erfolg wünschen bei ihrem Unterfangen, durch intelligenten IT-Einsatz effizientere Rechenzentren, Infrastrukturen, Verkehrsleitsysteme, Versorgungseinrichtungen, Gebäude, Hotels und meinetwegen sogar einen smarteren Planeten zu ermöglichen. Aber man darf sich nicht nur auf IT verlassen.Was die IBM Pulse auch zeigte, ist die Notwendigkeit smarterer Kundenveranstaltungen. Warum muss man Tausende von Kunden, Partnern und Mitarbeitern aus aller Welt nach Las Vegas einfliegen, um ihnen mitten in der Wüste mehr Energieeffizienz zu predigen? Ist IBM hier der sprichwörtliche Prediger in der Wüste oder nicht vielmehr dessen Parodie?Gerade ein IT-Konzern sollte Vorreiter sein bei dem Unterfangen, solche Konferenzen mittels IT-Einsatz (Videokonferenzen, Webcasts, Podcasts etc.) zu virtualisieren. Ja, ich weiß: Natürlich will man den lieben Kunden auch persönlich die Hände schütteln können - aber vielleicht täte es ja auch ein mittels Videokonferenzen und gestreamter Keynotes virtuell verknüpfter Verbund aus Regionalkonferenzen, zu denen zumindest die meisten Teilnehmer ohne Flugzeug anreisen können?
Nächste Woche treffe ich Leute von IBM, da kann ich das ja mal vorschlagen. Leider treffe ich sie ausgerechnet auf der CeBIT, der wohl umweltschädlichsten, weil ebenfalls gigantomanischen Monster-IT-Messe im “schönen” Hannover/Laatzen.
Aber vielleicht wird unser Planet ja eines Tages so smart, dass wir auf den Veranstaltungs-Dinosaurier CeBIT verzichten können.
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17.11.2009 von Wilhelm Greiner.
Von der IT-Management-Lösung Spiceworks Desktop des Anbieters Spiceworks aus Austin, Texas war hier schon die Rede, ebenso auf meiner privaten Website. Denn die Software verbindet auf elegante Weise die Verwaltungsoberfläche, die der Administrator eines kleineren Netzwerks braucht, mit einem Community-Interface - wiederum konzipiert für Administratoren kleinerer Netze. IT-Management plus Social Networking in einem - das ist Best Practice. Dazu kommt, dass die Lösung über Werbung und Sponsoring-Partner finanziert wird - für den Endanwender ist die Web-Lösung mit ihrer flexiblen und modernen Ajax-Oberfläche gratis. Er muss eben nur damit leben können, dass Werbung in seinem Admin-Interface erscheint - und dass Spiceworks, zumal wenn er die Community eifrig nutzt, recht viel über seinen Admin-Alltag weiß.
Spiceworks bietet seit einiger Zeit eine Schnittstelle für Plug-ins. Ein neues Plug-in, das die Texaner zusammen mit Intel entwickelt und gestern vorgestellt haben, ermöglicht nun den energieoptimierten Desktop-Betrieb. Das Plug-in nutzt dazu Intels hauseigene Techniken AMT und vPro, versteht sich.
Intel AMT und vPro werden von vielerlei Tools genutzt. Das Schöne an der Spiceworks-Lösung ist, dass sie - zum Beispiel in ihrer Diskussionsgruppe zu Green IT - zugleich die Möglichkeit bietet, über die Vorteile dieses Plug-ins für die Stromrechnung des Unternehmens zu diskutieren und Erfahrungen mit anderen Admins zu teilen.
IT-Management + Social Networking + Energiespar-Tools = großes Potenzial, den umweltgerechten IT-Einsatz in Fahrt zu bringen. Oder etwa nicht?
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19.10.2009 von Wilhelm Greiner.
Die BeteiligungsHolding Hanau GmbH hat seit 2008 ihre IT zentralisiert und dabei Server wie auch Desktops virtualisiert. Bis 2010 sollen rund 2.000 Arbeitsplätze von PCs auf Thin Clients von Wyse umgerüstet werden, wie der Anbieter von Thin-Computing- und Client-Virtualisierungs-Lösungen meldete. Die Kommune spare dadurch allein an Energiekosten zirka 800.000 Euro im Jahr.
Die BeteiligungsHolding zeichnet für die IT von über zwanzig Beteiligungsgesellschaften der Stadt Hanau verantwortlich.
Solche Zahlen sollten dann doch die eine oder andere Gemeinde wie auch manch ein Unternehmen dazu motivieren, über ähnliche umweltschonende Einsparmodelle nachzudenken…
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14.10.2009 von Wilhelm Greiner.
Das Konjunkturpaket II bietet der öffentlichen Hand einmalige Chancen, ihre IT umfassend zu modernisieren, so die Experton Group - und modernisieren heißt heute auch: umweltfreundlicher gestalten. Deshalb führen die Analysten nun drei Veranstaltungen durch, die speziell im öffentlichen Sektor Interesse für „grünere“ Informationstechnik wecken sollen: Am 19.10.2009 in München, am 26.10. in Frankfurt/Main und am 27.10. in Köln erhalten die Teilnehmer auf jeweils einen Tag komprimiert umfassende Informationen zu Green IT.
Zudem verleihen die Marktforscher den “Green CIO Award 2009″ und geben damit eine motivierende Best-Practice-Anregung.
Das in Sachen Green IT seit geraumer Zeit engagierte Analystenhaus unterstützt Unternehmen und Behörden bei der Basisanalyse rund um den umweltfreundlichen IT-Einsatz. Weitere Infos zu den Green-IT-Veranstaltungen gibt es hier und hier.
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12.10.2009 von Wilhelm Greiner.
Die als Print- und PDF-Version verfügbare Broschüre “Computer, Internet und Co: Geld sparen und Klima schützen“ist eine sehr anschaulich und ansprechend aufbereitete Anleitung, um beim Umgang mit IT umweltgerechter zu handeln. Die Green-IT-Broschüre, im September 2009 anlässlich der IFA herausgegeben vom Umweltbundesamt (UBA), startet intelligenterweise bei der Schnittmenge von Ökonomie und Ökologie, also mit der Message: Gutes für die Umwelt zu tun, das spart richtig Geld - insbesondere vor dem Hintergrund, dass laut UBA 10% des deutschen Energieverbrauchs für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) draufgehen.
Die UBA-Broschüre “Computer, Internet und Co” bietet kompakte, handfeste Green-IT-Ratschläge in fröhlich-motivierender Form. Bild: UBA
Das Umweltbundesamt rät in der Publikation, bei der Anschaffung von IT darauf zu achten, dass die Geräte nicht überdimensioniert sind. Zudem gelte: “Sparsame Geräte müssen nicht teurer sein als ineffiziente eräte. Ein sehr effizienter PC spart gegenüber einem ineffizienten Gerät zwischen 50 und 70 Prozent Strom.” Die Spanne liege für Einsteiger-Notebooks bei 22-63 kWh pro Jahr, bei Gamer-PCs zwischen 234 und 767 kWh pro Jahr.
Die Broschüre gibt Anleitungen für die Produktauswahl und stellt Produkt-Labels vor, die eine Umweltfreundlichkeit anzeigen. Zudem gibt sie Energiespartipps für Windows Vista und XP sowie Hinweise für die Aufrüstung von Computern, den Download von Open-Source-Verwaltungssoftware, zum Thema Storage, zum “grüneren Surfen” und zum Recycling.
Die UBA-Broschüre packt die wichtigsten Daten und klare Handlungsanweisungen in ein kompaktes Format mit gelungener, freundlicher Aufbereitung. Kudos! Hoffentlich hilft’s.
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7.10.2009 von Wilhelm Greiner.
Die Mitteilerei kann den Gewinn eines neuen und doch vertrauten Kunden melden: Ab sofort arbeite ich wieder (bzw. weiter) als stellvertretender Chefredakteur für die Netzwerk-Fachzeitschrift LANline, die kürzlich vom ITP Verlag in Kaufering übernommen wurde.
Nach acht Jahren Tätigkeit für die LANline, zuletzt in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs, habe ich Anfang September 2009 auf die Schließung des damaligen LANline-Inhabers Konradin-IT Verlag GmbH hin die “Mitteilerei Dr. Wilhelm Greiner” gegründet. Die Mitteilerei ist ein Redaktionsbüro für IT-Fachjournalismus, PR und Communitainment im Business-Umfeld.
Das Anreichern seriöser IT-Fachinformation mit Entertainment-Elementen stellt damit neben den Aufgaben für die LANline-Redaktion weiterhin einen inhaltlichen Schwerpunkt der Mitteilerei dar. Ziel von Communitainment ist es, mit der Community, für welche die jeweiligen Informationen gedacht sind, besser in einen produktiven Dialog treten zu können, indem man die Informationen Community-gerechter und unterhaltsamer aufbereitet.
Die Mitteilerei unterstützt Unternehmen bei der Ausarbeitung einer Communitainment-Strategie. Im Dialog mit Unternehmen sowie ihren PR- und Marketing-Agenturen entwickeln wir Gesprächsangebote an Communities - für Online- wie auch für Offline-Kontexte.
In Zusammenarbeit mit dem Atelier Wolfgang Traub in Staufen, LANline-Lesern bekannt als die Quelle der Titel- und Themen-Cartoons, konzipiert und erarbeitet die Mitteilerei Communitainment-Maßnahmen und dazu passende Materialien für das IT-Umfeld. Vorgehen und Inhalte sind dabei stets individuell auf das jeweilige Unternehmen, seine Ziele und seine Community oder Communities abgestimmt.
Zu meinen journalistischen Schwerpunkten zählen neben den LANline-typischen Themen aus dem Umfeld der Unternehmens- und Carrier-Netze auch mehrere Bereiche, die die Unternehmenskultur berühren und deshalb von Communitainment-Maßnahmen besonders profitieren können: Server-Based Computing und Desktop-Virtualisierung, IT-Service-Management und ITIL (IT Infrastructure Library), Green IT, Security Awareness sowie Social Media und Social Networking.
Geschrieben in Green IT, ITSM, Security Awareness, IT-Management, Community-Management, Virtual Desktops | Keine Kommentare »
7.10.2009 von Wilhelm Greiner.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlicht im Vierteljahresrhythmus sehr detaillierte Reports über den Status des Umweltverhaltens führender IT-Firmen. Aufgrund seiner Zahlen-, Fakten- und Fachbegriffsfülle ist solch ein Bericht natürlich nicht wirklich gut zu lesen. Greenpeace hat das Problem einer eingängigen, leicht nachvollziehbaren Zusammenfassung elegant gelöst, indem man die Bewertungen der Firmen in eine intuitiv verständliche Grafik packt, die an ein Tachometer erinnert:
Die Anzeige der Aktivitäten ist schnell nachvollziehbar - jedem Betrachter, auch einem Nicht-Autofahrer, wäre selbst ohne die Angabe von “+” und “-” sofort klar: Pegel weiter rechts bedeutet “mehr”. Unterstützt wird diese Aussage durch die Farbgebung von der Warnfarbe rot bis zur hier schon doppeldeutig zu nennenden Farbe grün im rechten Bereich, gekoppelt mit der provokanten Frage, wer sich wohl als erster wirklich “grün” verhalten werde.
Die Greenpeace-Grafik ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie ansprechend man komplexes Zahlen- und Faktenmaterial mit ein bisschen Mühe aufbereiten kann - und mehr Anschaulichkeit bedeutet hier: mehr Motivation, es beim nächsten Mal besser zu machen. Auf der Site wird diese Grafik übrigens per Animation erstellt, per Mausklick ist sie mit älteren Versionen vergleichbar.
Die obige Grafik stammt aus dem aktuellen Report vom September 2009. Dell, Lenovo und LGE wurden von Greenpeace, erkennbar durch die weißen Pfeile nach links, herabgestuft, da sie laut den Umweltschützern Terminzusagen über eine geringere Verwendung umweltschädlicher Substanzen (PVC, Brandschutzmittel) nicht eingehalten hatten.
Den vollständigen Report gibt es hier.
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13.9.2009 von Wilhelm Greiner.
Unter dem Titel “Wir Neandertaler” ist in der SZ am Wochenende vom 12./13.09.09 ein sehr interessanter Beitrag von Michaela Haas erschienen: Sie diskutiert die Frage, warum der Deutsche - ja sogar der Mensch generell - so auffällig wenig bereit ist, sein Verhalten aufgrund des drohenden Klimawandels zu ändern.
“Deutschland ist zwar gefühlter Öko-Weltmeister”, so der Beitrag, bei einer Studie der amerikanischen National Geographic Society über das Ökoverhalten in 17 Ländern seien die Deutschen aber nur auf Platz zehn gelandet. Zudem seien nur 43 Prozent der Deutschen durch Umweltprobleme beunruhigt - “zwölf Prozent weniger als der internationale Durchschnitt.”
Schlappe 14 Prozent der Deutschen fühlten sich für die Umweltprobleme verantwortlich, während das Mittel bei den Befragten in den 17 untersuchten Ländern bei 31 Prozent liege. Ebenfalls ein Menetekel ist folgende Aussage im Artikel: “Nicht einmal jeder dritte Deutsche glaubt, sein Leben werde sich durch die globale Erwärmung verschlechtern.” Wie man aus den Medien weiß, freut sich schon so mancher Weinbauer auf verbesserte Anbaubedingungen. Die Mehrheit scheint der Meinung: Alles kein Problem - lasst Palmen wachsen!
“Warum”, so zitiert Michaela Haas die in der New York Times gestellt Gretchenfrage, “wird unser Gehirn nicht grün?” Das Problem liege laut Stand der Wissenschaft darin, dass unsere Entscheidungsprozesse im Gehirn zum Thema Gewinn/Verlust und Risiko-Management immer noch nach den Mustern des Höhlenmenschen ablaufen: Das unmittelbare Risiko wird vermieden, die unmittelbare Gratifikation gesucht - jagen, sammeln, nicht vom Säbelzahn angeknabbert werden, das sind also nach wie vor die Prioritäten des modernen Menschen.
“Aber die schleichende Verseuchung mit Giften oder Klima-Erwärmung geht zu langsam vonstatten, um sie von unserem Gefahren-Radar erfassen zu lassen”, so Haas’ bedenkliche Folgerung. “Wir haben dafür keine Antenne. In diesem Fall versagt unser Instinkt. Wir zappen weg – bitte noch ein Bier.”
Zudem habe der Mensch laut Elke Weber, Professorin der Columbia Business School, nur ein ” begrenztes Sorgen-Reservoir” und sei somit nicht in der Lage, selbst eine berechtigte Sorge angesichts der Konkurrenz durch zahlreiche andere Alltagsprobleme und -problemchen über lange Zeit aufrechtzuerhalten.
Haas’ Fazit aus der wissenschaftlichen Debatte: “Weil unser emotionales Frühwarnsystem ein Auslauf-Modell ist, müssen wir unseren Verstand nach richtigen Informationen suchen lassen, um uns rational zu motivieren.” Die Autorin warnt: ” Im Augenblick ist bei den meisten zwar ein guter Wille vorhanden, aber Halbwissen führt zu halbherzigem Handeln.” Sie verweist für den besseren Überblick auf Websites wie goodguide.com, auf denen Anwender sich über die Umweltfreundlichkeit von Produkten umfassend informieren können.
Ein Lichtblick und zugleich ein Fingerzeig, in welche Richtung die Versuche gehen müssen, Mitbürger zu umweltfreundlicherem Handeln zu motivieren, ist eine im SZ-Beitrag genannte Erkenntnis von Forschern am CRED (Center for Research on Environmental Decisions) der Columbia University: “Wenn Menschen alleine Entscheidungen fällen und sie dann in der Gruppe kommunizieren, fallen sie egoistischer und kurzsichtiger aus. Wenn Menschen zuerst in der Gruppe diskutieren und dann entscheiden, gewinnen die langfristigen Gruppeninteressen.” Mehr öffentlicher Diskurs also - und zwar im Vorfeld von Alltagsentscheidungen.
Eine wichtige Richtlinie, wie diese Diskussion zu führen ist, liefert der im Artikel zitierte Direktor des Hamburger Umweltinstituts Michael Braungart: Die Diskussion müsse unbedingt weg von dem negativen Grundtenor, der den Menschen zum Schädling an der Umwelt erklärt. Braungarts Warnung: „Wir dürfen uns nicht schuldig fühlen, dann ist man nicht kreativ.“
Auf breiter gesellschaftlicher Basis ist also - wie auch auf der Ebene einzelner Green-Enterprise-Projekte in Unternehmen - Informationsaustausch und lebhafte, anregende Diskussion gefragt - aber ohne erhobenen Zeigefinger und Schuldzuweisung.
Information gekoppelt mit Anreizen und Motivation hingegen führt zu kreativem, lösungsorientiertem Handeln. Dies gilt im IT-Kontext für die Umweltthematik übrigens ebenso wie für Security Awareness oder das Service-Management.
P.S.: Dank an Johannes Wiele für den Lektüretipp!
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