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11.1.2010 von Wilhelm Greiner.
Wieso gibt’s eigentlich IT-Management-Software nicht als Computerspiel? Bitte nicht missverstehen: Ich meine hier nicht ein Spiel, bei dem man eine simulierte IT-Infrastruktur managt. Ich rede hier von einem “Serious Game” - einem Computerspiel für’s richtige Leben. Arbeitshypothese: IT-Landschaften werden in Zukunft durch erfolgreiches Spielen gemanagt.
Vermutete Reaktion seitens manch eines geneigten, aber dieser Idee abgeneigten Lesers: Server-, Storage-, Client-Bestände und Netzwerk per Computerspiel verwalten - wer braucht das denn?!?! Gute Frage - aber schauen wir uns doch den Computernachwuchs, also die künftigen Administratoren einmal an: Diese Jugend, ts-ts-ts, dauernd nur am Daddeln, vernachlässigt die Hausaufgaben, hangelt sich aber mit einer affenartigen, für Erwachsene kaum nachvollziehbaren Geschwindigkeit (und dem einen oder anderen Cheat) durch alle möglichen Levels aller möglichen Ballerspiele, bastelt nebenbei an zwei bis siebzehn virtuellen Städten in Online-Zivilisationsspielen, und zur Erholung gibt’s dann ein Massive-Multiplayer-Rollenspiel oder aber ein Autorennen an der Wii-Konsole. Sozialisierung per Joystick.
Die heutige Generation Joystick ist in ein paar Jahren der Admin-Nachwuchs. Hersteller von IT-Management-Software sollten deshalb umdenken und neue Interfaces entwickeln: Der Avatar des Admins verteidigt in einem virtuellen Setting seiner Wahl - gerne genommen: die “postapokalyptische Server-Wüste” und der “Planet der leichtbekleideten Storage-Serverinnen” - die Hard- und Software-Bestände gegen die drohende Invasion schleimiger grüner Viren-Monster, heimtückisch lauernde, stachelige Service-Level-Verletzungen und den jederzeit damoklesschwertartig drohenden Giganto-Gozilla-Stromausfall (der dich mindestens drei Leben kostet, aber mindestens!). Für erfolgreiches IT-Management gibt’s künftig Bonuspunkte und Credits, zusätzliche virtuelle Leben oder Avatare sowie schicke futuristische Super-Waffen. Und mit jeder “9″ nach dem Komma an Hochverfügbarkeit kommt unser Held wieder ein Level höher - im Spiel und wenn’s denn sein muss sogar im Gehalt.
Für die Generation Joystick ist eine Online-Spielumgebung das natürlich Interface - alles andere ist keine artgerechte Teenager-Haltung. Das Multiplayer-Online-Admin-Game - ja, IT-Management ist Teamarbeit, und das Team arbeitet online - ist deshalb die Verwaltungsschnittstelle der Zukunft.
Ist sie das gar schon? Zumindest in Ansätzen? (Also jenseits der Collaboration in virtuellen Umgebungen - ich weiß, dass IBM, Citrix und Co. an virtuellen Welten für die optimierte Team-Zusammenarbeit basteln - my office life is my Second Life…) Bin ich nicht auf dem Laufenden und es gibt schon solche Tendenzen im IT-Management? Dann freue ich mich über Hinweise, die mich als altbacken und so-was-von-nicht-am-Puls-der-Zeit entlarven, aber doch zugleich bestätigen würden
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17.11.2009 von Wilhelm Greiner.
Von der IT-Management-Lösung Spiceworks Desktop des Anbieters Spiceworks aus Austin, Texas war hier schon die Rede, ebenso auf meiner privaten Website. Denn die Software verbindet auf elegante Weise die Verwaltungsoberfläche, die der Administrator eines kleineren Netzwerks braucht, mit einem Community-Interface - wiederum konzipiert für Administratoren kleinerer Netze. IT-Management plus Social Networking in einem - das ist Best Practice. Dazu kommt, dass die Lösung über Werbung und Sponsoring-Partner finanziert wird - für den Endanwender ist die Web-Lösung mit ihrer flexiblen und modernen Ajax-Oberfläche gratis. Er muss eben nur damit leben können, dass Werbung in seinem Admin-Interface erscheint - und dass Spiceworks, zumal wenn er die Community eifrig nutzt, recht viel über seinen Admin-Alltag weiß.
Spiceworks bietet seit einiger Zeit eine Schnittstelle für Plug-ins. Ein neues Plug-in, das die Texaner zusammen mit Intel entwickelt und gestern vorgestellt haben, ermöglicht nun den energieoptimierten Desktop-Betrieb. Das Plug-in nutzt dazu Intels hauseigene Techniken AMT und vPro, versteht sich.
Intel AMT und vPro werden von vielerlei Tools genutzt. Das Schöne an der Spiceworks-Lösung ist, dass sie - zum Beispiel in ihrer Diskussionsgruppe zu Green IT - zugleich die Möglichkeit bietet, über die Vorteile dieses Plug-ins für die Stromrechnung des Unternehmens zu diskutieren und Erfahrungen mit anderen Admins zu teilen.
IT-Management + Social Networking + Energiespar-Tools = großes Potenzial, den umweltgerechten IT-Einsatz in Fahrt zu bringen. Oder etwa nicht?
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16.7.2009 von Wilhelm Greiner.
VMware, der Marktführer bei der Virtualisierung von Servern, Server-Farmen und Client-PCs, hat erkannt, dass einige Zusammenhänge rund um die Virtualisierung recht erklärungsbedürftig sind. Ein Beispiel dafür ist der Bereich Disaster Recovery (DR), also die möglichst schnelle Wiederherstellung des Normalbetriebs einer IT-Infrastruktur nach einem ausgewachsenen Störfall. Hier verfügt VMware über Methoden und Werkzeuge, um DR-Maßnahmen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Wie das alles funktioniert und wo sich die Vorteile verbergen, will allerdings erst mal anschaulich vermittelt sein. VMware nutzt dazu einen mehrteiligen Videofilm, der anhand von Skizzen und handgeschriebenem Text mit erklärender Erzählstimme aus dem Off die Zusammenhänge darlegt.

Der Anbieter hält diese Infomaterialien auf einer speziellen Site namens www.solutiontracks.com vor. Auf Englisch vorrätig sind Beiträge zur Basistechnik Virtual Infrastructure (VI, heißt inzwischen vSphere), zur aktuellen Ausprägung der Plattform vSphere 4, zur Client-Virtualisierung mittels VMware View und eben zur Disaster Recovery. Die deutsche Variante ist derzeit auf die beiden Filme zu VI und DR beschränkt.
Der “virtuelle Whiteboard-Vortrag” zu DR mittels VMware-Technik lässt sich bequem ansehen und anhören, das handgeschriebene Design ist fürs Auge sehr ansprechend und eine gelungene Abwechslung zu den immer gleichen White Papers auf dem Markt. Um das White-Board-Video herum bietet VMware die Möglichkeit, den Skript-Text einzublenden, Links zu Hintergrundmaterialien und zu einem Kostenrechner sowie die Option, den Vortrag samt Player-Software herunterzuladen. Ein nützlicher Ansatz.
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23.6.2009 von Wilhelm Greiner.
Eine Company, die’s wirklich begriffen hat, dass Anwender nicht nur Kunden sind, sondern eine Community, mit der man angemessen kommunizieren muss, ist Spiceworks aus Austin, Texas: Die kleine Softwaremanufaktur aus der texanischen Hauptstadt (mit dem bekannten SXSW Music & Media Festival) fabriziert IT-Management-Software für kleine bis mittelgroße Unternehmen. Der Download der Software ist kostenlos, da das Admin-Interface Web-basiert ist und Spiceworks das Ganze über Werbebanner finanziert, die im Browser-Interface eingeblendet werden.
Werbefinanzierte Admin-Software ist an sich schon ungewöhnlich, der Clou an “Spiceworks IT Desktop”, aktuell in Version 4.0, ist aber: Das Admin-Interface ist zugleich das Social-Networking-Portal für die Spiceworks-Anwender. Das Hauptmenü zeigt neben “My Network” und “My Tools” auch “My Community”, die rechte Browser-Spalte führt die jüngsten Community-Beiträge und die populärsten Infomaterialien auf. Wer Hilfe braucht, kann schnell mal eine Frage ins Diskussionsforum hochschießen. Laut Spiceworks wurde die Software bereits über 700.000-mal heruntergeladen. Mitbegründer und Chef-Marketier Jay Hallberg sagte mir mal, dass ungefähr zehn Prozent dieser Downloader die Software täglich nutzen - das bedeutet, dass rund um die Uhr Tausende von Usern in der Community unterwegs sind, die bei Fragen Hilfestellung leisten können.

Auch sonst haben sich die einfallsreichen Austinianer viele nützliche Features einfallen lassen. So gibt es zum Beispiel, ebenfalls sehr Community-gerecht, ein Spice-Rating, visualisiert als eine Reihe von Pfefferschoten - wer viele als hilfreich bewertete Antworten gibt, klettert auf der Würzigkeitsskala nach oben. Es gibt Produkt-Ratings und -Reviews aus der Community, und die von Spiceworks bereitgestellten Reports hat die Community ebenfalls um zahlreiche weitere ergänzt. In Sachen Communitainment unterhält die Softwareschmiede einen eigenen TV-Kanal mit YouTube-Clips namens Spiceworks TV (bisher als Beta) mit Trainingsvideos, Webcast, Produkt-Previews und Comedy. Die Community kann dabei abstimmen, welches Video als nächstes gedreht werden soll.
Im Vergleich zu professionellen (und teuren) Administrationswerkzeugen ist Spiceworks IT Desktop sicher alles andere als perfekt, aber in Sachen Community-Building wissen die Spiceworker absolut, wo der Hase lang läuft. Deshalb: Maximo Kudo nach Austin!
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